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Wir sind ein bisschen traurig.

Wir trennen uns.

Von wem oder von was?

-von unserem Kastenwagen Citroen Jumper La Strada Avanti Family, oder kurz  von unserem Campingbus.

In den letzten Wochen wurde es offensichtlicher. Mein Mann putzte und wienerte seinen/unseren heißgeliebten Bus. Endlich haben wir uns schweren Herzens dazu entschlossen ihn zu verkaufen.

Die Entscheidungsfindung hat ja nur 3 Jahre gedauert.

Wieso ?

Na ja, dieser Campingbus war ein Traum meines Mannes seit Studientagen. Als unser erster Sohn ein halbes Jahr alt war, haben wir ihn gekauft. Der Traum ging somit vor genau  8 Jahren in Erfüllung.

Ganz schnell machten wir kleine Wochenendausflüge, und liebten diese Flexibilität und Freiheit, die uns Camping mit dem Bus ermöglichte.

Selbst nach Italien fuhren wir kurz darauf mit unserem Bus, obwohl wir dort schon eine Ferienwohnung gemietet hatten, die wir nicht mehr stonieren konnten. Wir hätten uns lieber auf einen Campingplatz gestellt.

Aber schon den Sommer darauf machten wir unseren ersten Campingurlaub an der Ostsee.

Tja, und seit dem war es um uns geschehen. Wir blieben bis heute Camper. Wir lernten schnell diese Art zu Reisen zu schätzen und wollten es nicht mehr missen. Es folgten  Touren nach Südfrankreich, in die Normandie und nach Kroatien.

Unser Bus wurde zum Sommerzuhause unserer 2 Söhne. Für sie waren es immer kleine Abenteuerurlaube im Freien.

Und dann….?

Dann kam unser geliebtes Töchterchen zur Welt und für eine 5. Person gab es im Bus keinen Sitzplatz mehr. Was sollten wir machen?.

Für meinem Mann begannen  vor dem nächsten Sommerurlaub die Grübeleien und schlaflosen Nächte mit ständigen Auf und Abs: Verkaufen, behalten und umbauen, verkaufen, behalten und umbauen ? Wenn ein zusätzlicher Sitz eingebaut ist, haben wir dann überhaupt noch Platz?

Dieses Hin und Her ging bis zum Tag, an dem der Campingbus zum Verkauf ins Internet gestellt wurde. ( Das war vor ein paar Tagen.)Meinem Mann blutete das Herz. Jetzt warten wir darauf, dass sich jemand meldet.

Uns anderen Familienmitglieder, vor allem den Jungs ging es nicht besser. Hängen doch so viele schöne Urlaubserinnerungen daran, vor allem die ersten mit unserer Familie. Schluchz.

Aber genug gejammert. Wir freuen uns, dass wir mit ihm diese wunderschönen Urlaube erleben durften. Unsere Tochter und Schwester tauschen wir gegen nix in der Welt ein und suchen nach neuen Campingmöglichkeiten. Diese gibt es genug. Das Leben besteht halt aus Veränderungen.

Die letzten 2 Jahre haben wir Wohnmobile gemietet, um weiter unserer Campingliebe nach zu kommen. Den Bus haben wir nur mal als Zweitwagen genutzt.

So, und jetzt sind wir gespannt, wie es weiter geht. Wohnmobil, Bus oder Wohnanhänger. Es ist noch nichts entschieden.

Hier ein paar Bilder von unserem Bus auf unseren Touren.

2010 Ostsee, Rügen und Bornholm.

Völlig planlos sind wir damals drauf los gefahren, hat super geklappt. Wir waren am Stettiner Haff und dann Insel Rügen, um von dort auf die Insel Bornholm zu kommen.

Warten auf Faehre nach Bornholm.

Warten auf die Fähre nach Bornholm.

2011: Unsere erste Tour mit unserem Campingbus nach Südfrankreich über die Schweiz.

Wir machten in der Schweiz einen Abstecher nach Frutigen im Berner Oberland, da ich dort einige schöne Monate am Ende meines Studiums verbracht habe.

Wir waren mittlerweile schon zu viert. Komischerweise war diese Fahrt für uns immer die erste echte Tour. Ich weiß auch nicht warum wir das Jahr vorher nicht mit dazu zählten. Vielleicht weil wir 3 Wochen unterwegs waren und uns gründlichst darauf vorbereitet haben. Anders als beim ersten Mal.

Der Campingplatz Grassi in Freudigen.

Unser Campingbus auf dem Campingplatz Grassi Frutigen Schweiz

Von hier aus unternahmen wir coole Wanderungen und Ausflüge in die Umgebung.

Ich weiß noch, wie wir mit einem mulmigen Gefühl von der Schweiz über die Grenze in Frankreich hineinfuhren. Wir schluckten einmal kräftig und meinten, wenn es blöd wird fahren wir wieder in die Schweiz. Als Anmerkung dazu: Mein Mann hatte in den 80igern als Austauschschüler in Südfrankreich mit den Franzosen nicht die besten Erfahrungen gemacht. Er  hatte aber immerhin ein paar rudimentäre Schulfranzösisch-kenntnisse, ich gar keine. Oh, je.

Aber, um das mal vorweg zunehmen. Es wurde alles andere als blöd. Es war alles kein Problem. Man durfte sich auch in Englisch verständigen, ohne schief angeguckt zu werden. Wenn mein Mann sich bemühte französisch zu sprechen, haben sich die Franzosen wahnsinnig gefreut. Mein Mann war angenehm überrascht.

Durch die französischen Alpen sind wir damals gefahren, Route Napoleon. Es war so aufregend.

Camping Alpes Dauphiné, unser Campingplatz bei Gap vor der Weiterfahrt nach Castellane.

Unser Campingbus auf dem Campingplatz Camping Alpes Dauphiné

Kurz vor der Weiterfahrt nach Castellane.

Als wir da waren, fielen ein paar Brocken von diesem Berg, so dass wir doch ganz schnell unseren Camper umparkten.

Unser Campingbus vor Roc de Castellane.

Roc de Castellane.

Die Kinder machten alles super mit. Es war alles so einfach gewesen.

Unser Campingbus

Man achte auf den abgezupften Basilikum. Dieser begleitete uns bis zum Ende der Reise.

Auch mit dem Baby war es völlig unproblematisch.

Campingbus auf den Campingplatz in Frankreich.

Kleines Vormittagsschläfchen.

2012: Ebenfalls Frankreich

Es hat uns das Jahr zuvor einfach zu gut gefallen, um ein anderes Land aus zu wählen. Wobei ich erwähnen muß, das dieses Jahr der Urlaub nicht so entspannend war. Die Kinder waren größer und eigensinniger. Der eine kam, der andere Sohn war noch in der Trozphase. Ja, ich kann mich noch gut daran erinnern. Ich war froh danach wieder arbeiten zu gehen, da ich wußte, dass sich die Leute dort nicht bzw. selten schreiend auf den Boden wälzen.

Gesehen haben wir aber trotzdem viel.

Im Campingbus in Frankreich.

Die Trittstufe hielt so manches mal als Sitzgelegenheit für unsere Jungs her.

2013 im Mai Normandie für 2 Wochen und …

Ach, ja. Da wollten wir nach 3 Tagen Regen kurzentschlossen doch wieder in den Süden fahren. Das haben wir dann aber “ Gott sei Dank“ nicht gemacht.

Giverny wollten wir zuerst auf unserer Hintour machen. Da es aber wie aus Eimern geschüttet hat, gaben wir es auf und verlegten es auf die Rücktour. Monet´s Gärten sind bei Sonne aber auch wesentlich schöner.

Unser Campingbus auf dem Parkplatz Giverny.

Parkplatz Giverny. Wir waren im Haus von Claude Monet.

…2013 Sommerurlaub in Kroatien

Nach 3 mal Frankreich, hatten wir dann doch das Bedürfnis mal in ein anderes Land zu fahren.

Die anfänglichen und unweigerlichen Vergleiche mit Frankreich ließen wir ganz schnell wieder bleiben. Kroatien ist eben nicht Frankreich und nicht minder schön. Wir waren von den Städten sehr beeindruckt. Das Wasser war so schön blau und klar.

Wir hoffen, dass unser Campingbus unseren zukünftigen Nachbesitzern genauso viel Freude bringen wird. Noch steht es bei mobile.de zum Verkauf.

Er hat uns niemals in Stich gelassen und ist gelaufen, gelaufen und gelaufen.

Unsere Touren wollte ich in eigenen Beiträgen noch mal nach arbeiten. Gerade jetzt, nachdem ich mir die ganzen Fotos angesehen habe, wäre es zu schade diese ungezeigt zu lassen und darüber nicht zu berichten.

Bye, bye lieber Bus.

 

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Nancy

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Hallo, ich bin die Hauptautorin in diesem, meinen Blog. Mit meiner Familie zusammen zu sein, ist für mich das schönste was es gibt. Am intensivsten ist es, wenn wir auf Reisen gehen und zusammen neue Dinge entdecken.
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6 Kommentare

  1. Annika Kettritz sagt

    Hey kannst du mir einen Link schicken ich finde es nicht bei mobile.de wir suchen nach einem liebevollen Familienerprobten Reise Gefährten. Vielleicht passt er ja zu uns oder wir zum ihm?!? Ganz liebe Grüße Annika

  2. Mareike sagt

    oje, ich kann verstehen, dass die Trennung schwer fällt!
    Wir reisen seit drei Jahren mit VW-Bus (normaler Multivan) und extra Zelt für die beiden Großen (7 Jahre). Seit zwei Jahren haben wir ein Dachzelt von gordigear, das auf dem Dachgepäckträger montiert wird. Dort schlafen mein Mann und ich mit dem kleinsten Familienmitglied (fast 2 Jahre) und die Großen nach wie vor im eigenen Zelt, dann müssen wir die Bank im Bus nicht umklappen oder bei nur 1-2 Nächten an einem Ort unten im Bus.
    Zusätzlich haben wir ein Versorgungszelt und Aufenthaltsmöglichkeit für schlechtes Wetter dabei (von Vaude).
    So haben wir mal ein größeres, mal ein kleineres Camp und immer einen riesen Spaß. Wir waren bisher in Schweden, Österreich, Südtirol, Schweiz und den Niederlanden unterwegs und oftmals übers Wochenende in Deutschland.
    In ein paar Wochen geht es wieder Richtung Mittelschweden 🙂
    Vielleicht wäre ja so etwas auch eine Option für euch?

    • Das ist eine ziemlich coole Variante. Über so etwas haben wir nur so im Entferntesten nachgedacht, eben einfach unsere 2 kleinen Zelte einpacken und dann los. Aber mit dem Dachzelt ist ja super. Habe gerade erst mal recherchiert und mir die Seite von Gordigear angeschaut und meinem Mann den Link geschickt (arbeitet gerade noch). Bin ja gespannt, was er davon hält. Der ist ja für sowas ganz schnell zu begeistern 😄Vielen Dank für diesen Tipp, und ich wünsche dir und deiner viel Spass in Schweden.

  3. So Wohnmobil ist ja mein Ding nicht, aber ich kenne viele Leute, die darauf schwören. In unserer Nachbarschaft gibt es sogar eine Familie, die Ihren normalen Familien-Bus (4 Kinder) verkauft haben und stattdessen direkt ein Wohnmobil gekauft haben und jetzt damit auch durch die Stadt und zum Einkaufen fahren 🙂

    • Ja, scheint wirklich alles zu gehen😀. Ich bin aber jetzt mit unserem Kompromiss eines Wohnanhängers sehr, sehr zufrieden. Wenn ich mir vorstelle mit einem größeren Wohnmobil öfters in die Stadt zu müssen, oh weh. Da müsste ich ganz starke Nerven haben, aber die bekommt man dann wahrscheinlich auch.

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