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Wangerooge, magische Erholung im Kurzurlaub!

Möwe auf Wangerooge Kurzurlaub

Ich habe gerade noch einen alten Artikel in der FAZ-online gelesen:“ die Erholung auf einer Reise hat nichts mit der Länge zu tun. Ob man 3 Wochen oder 3 Tage im Kurzurlaub unterwegs ist, der Effekt ist derselbe. Können wir das bestätigen?

Von Anfang an: Wie wir zur Fähre kamen

Da wir ja etwas zu spät waren, mussten wir uns aufteilen. Mein Mann versuchte unser Auto auf legaler Weise gut unterzubringen. Der Parkplatz direkt vor dem Anleger war rappelvoll. Ich ging mit den 3 Kindern, die maximal aufgeregt waren, zur Gepäckaufgabe.

Wir kommen zu spät, wir kommen zu spät, wir werden die Fähre nicht kriegen…

….spukte es in meinem Kopf. Ich alleine mit den Kindern an der Gepäckaufgabe, ständig eine Durchsage, die ich nicht verstehen konnte, die sich aber nicht gut anhörte und mich nervös machte. Mein Mann irgendwo, keine Ahnung ob, wann oder wo er einen Parkplatz finden würde. Meine Kinder, die die Situation ausnutzten, um Fangen zu spielen und sich ständig meinen Blicken zu entziehen. Wer bleibt denn da noch ruhig?

Der erste magische Moment.

Leicht hektisch gab ich dem Mann am Schalter zu verstehen, dass ich 2 Gepäckstücke aufgeben möchte und zwar pronto (das habe ich nicht gesagt, aber indirekt zu verstehen gegeben) Es entstand eine merkwürdige Pause. Der Gepäckmann schaute mich leicht mitleidig und allwissend an, dachte wahrscheinlich:“… wieder so eine überforderte Stadtmutti, dabei wohnen wir recht ländlich. Nach gefühlter Ewigkeit redete er dann doch noch mit mir, aber irritierender Weise so, als ob ich nicht bis 3 zählen könnte. Langsam und in kurzen Sätzen erklärte er mir, wie es weiter geht. „Willkommen in einem anderen Zeitkontinuum“, dachte ich mir. Der Mann am Schalter hat mich damit schlagartig ausgebremst. Ich war verwundert und irgendwie leicht beschämt.

Wie es jetzt weiterging.

Also, die erste Fähre bekamen wir nicht,… schietegal. Dann eben die nächste. Bei mir war ein Schalter umgelegt. Mein Mann kam völlig außer Atem angejoggt, ließ sich aber von meiner plötzlichen Gelassenheit sofort anstecken. Ein Kaffee im Café am Hafen. Ja, wir haben doch schließlich Urlaub. Wir haben keine Termine, keinen Druck, was soll´s.

Bei der Durchsage ging es übrigens darum, dass die Fähre schon voll war und eh keiner mehr darauf kam.  By, by Gepäck, hoffentlich finden wir euch auf der Insel. Wir sind optimistisch.

Auf der Fähre

Als wir glücklich und zufrieden auf der nächsten Fähre waren, der Motor des Schiffes leise brummte, und wir uns langsam vom Festland entfernen, liessen wir alles hinter uns. Die Autos, den Lärm, das Gewusel. Wir fühlten uns sauwohl.

Hafen-Harlesiel.

Der Hafen von Harlesiel wird immer kleiner. Wir lassen die kleine Aufregung hinter uns.

Auf der Insel dann, waren wir völlig auf uns gestellt. Wir liefen Richtung Jugendherberge, deren Westturm wir schon von weitem sahen.
Es fuhren keine Autos. Es war ruhig, man hörte die Vögel, der Wind rauschte. Ein paar Radfahrer zwangen uns hin und wieder, unseren Kinder zu zu rufen an der Seite zu bleiben. Das war aber im Vergleich zu unserem Heimatort nicht der Rede wert.

Die magischen Momente nehmen kein Ende.

Auf der Insel selber, waren wir sehr aktiv. Um von A nach B zu kommen, mußte man sich ja bewegen, sei es zu Fuß oder per Rad. Ständig in Bewegung.

Das Fahrrad ist Hauptverkehrsmittel auf Wangerooge.

Mit dem Rad unterwegs, dem Hauptverkehrsmittel auf Wangerooge.

Aber diese Mischung aus Bewegung an der frischen Meeresluft, die schöne weite Landschaft, die Natur, das Fehlen der Autos, die Ruhe. Man fängt beim Anblick der ganzen Vögel auf der Insel an sich plötzlich für diese Tiere zu interessieren, weil man Zeit hat.

Radfahren im Kurzurlaub auf Wangerooge.

Der Papa braucht mal eine Pause.

Auf Wangerooge gehen die Uhren anders. Wir treffen kaum  jemanden, der es eilig hat. Das tut so gut. Auf der Insel, gibt es ein Schild mit der Aufschrift: “ Gott schuf die Zeit, aber von Eile hat er nichts gesagt.“ Wo ich es gesehen habe, weiß ich nicht mehr, aber genau das scheint das Motto dieser Insel zu sein. Hier kann jeder vom Alltag abschalten, ob man es darauf anlegt oder nicht. Man kann sich dem fast nicht entziehen.

Während ich windgeschützt im Strandkorb sitze, buddeln die Kinder in Sichtweite vor sich hin.

Strandkoerbe am Strand von Wangerooge.

Strandkorb für Mama und Papa. Riesen- Sandkasten für die Kinder.

Überall der endlose Blick, auf den breiten Strand und das Meer. Auf der Insel irgendwie gefangen, aber trotzdem fühle ich mich so frei.

Die nächsten Bilder kann man einfach auf sich wirken lassen, dann wisst ihr was ich meine.

Strand Wangerooge.

Noch ist der Strand menschenleer.

Strand Wangerooge.

Das ist der mittlere Strand-Abschnitt im Norden der Insel.

Duenen auf Wangerooge.

Im Schutz der Dünen ist es schön warm.

Fazit:

Natürlich sind wir völlig entspannt von der Insel wieder nach Hause gekommen. Man hätte schon aktiv dagegen arbeiten müssen, um das zu verhindern. Die Kinder waren so unglaublich ausgeglichen, vor allem alle auf einmal. Einer „spinnt“ sonst immer.

So mancher 2 Wochen- Urlaub war dagegen etwas nervenaufreibender. Ich habe gerade einen Urlaub im Kopf, nach diesem war ich wirklich froh wieder zu Hause zu sein, um mich auf der Arbeit davon zu erholen.

Also diese Studie, von der Psychologin Frau Verena C. Hahn, die 2013 ausgewertet wurde, können wir zumindest nach diesem Kurzurlaub auf Wangerooge mit unseren eigenen Erfahrungen untermauern. Ich denke aber die Insel hatte einen nicht unerheblichen Anteil daran.

Was habt ihr für Erfahrungen gemacht? Hat ein Kurzurlaub bei euch den gleichen Effekt, egal wo ihr wart? Schreibt mir, wenn ihr Lust habt. Ich freue mich.

 

 

Nancy

Nancy

Hallo, ich bin die Hauptautorin in diesem, meinen Blog. Mit meiner Familie zusammen zu sein, ist für mich das schönste was es gibt. Am intensivsten ist es, wenn wir auf Reisen gehen und zusammen neue Dinge entdecken.
Nancy

4 Kommentare

  1. Hallo Nancy, die Fotos sind wunderschön und die Entspannung tritt schon beim schauen ein. Der Post macht mächtig „Appetit“ auf mehr. Liebe Grüße und Glückauf, Greta

    • Während ich den Beitrag schrieb und die Bilder einfügte, hätte ich auch sofort wieder packen können.😄

  2. Marlene sagt

    So tolle Fotos!!! Und ja, es stimmt, dass ein Kurzurlaub sehr entspannend sein kann, für mich vor allem, wenn es in den Norden, Richtung Küste geht. Egal, ob Nord- oder Ostsee: Irgendwann wird der Himmel weiter, und ich denke:“ Jepp! Ich bin da!“

    • Ja, Urlaub an der Küste ist einfach um mal so richtig durch zu atmen. Ich hoffe ja, dass wir es vor den großen Sommerferien noch einmal auf eine Insel schaffen. Es wird knapp. Pfingsten hätte sich angeboten, aber irgendwie trauen wir dem Wetter noch nicht so ganz und haben uns erstmal für einen anderen Ort ausgesucht, um zu zelten.

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