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Schweden- Wohnmobil- Tour 2016

Pippi, Michel, Wikinger, Elche….Wir kommen!

Unserer 2- wöchige Wohnmobil- Tour durch Schweden.

 

Reisebericht von unserer Reise nach Schweden 2016.

Schweden als Sommerurlaubsziel schlummerte schon seit einiger Zeit in unseren Hinterköpfen. Es gab aber immer einige Argumente dagegen. Der Hauptpunkt: Das Wetter. Wir wohnen ja in Norddeutschland. Die Sommermonate sind manchmal ziemlich feucht, und ja, wir wollen auch mal 3 Wochen am Stück mindestens 28 ° und kein Regen.

Aber dieses Mal wollten wir das Angenehme mit noch etwas Angenehmen verbinden. Freunde von uns arbeiten in Uppsala und die kann man doch mal besuchen. Zumal sie mit dem Gedanken spielen wieder nach Deutschland zurückzukommen. Also Chance ergreifen und los!

Ein Überblick über unsere Route

 

Der 1. Tag

Wir starteten in Brandenburg, Lübbenau, da wir wieder mal etwas spät dran waren, als wir uns entschieden haben ein Wohnmobil zu mieten. Brandenburg hatte später Ferien als Niedersachsen.

Wir fuhren erst abends gegen 21.00 Uhr los, Richtung Ostsee, nachdem wir uns noch im Supermarkt mit reichlich Nahrungsmitteln eingedeckt haben. Die Kinder schliefen rasch ein. Perfekt. So kann man sich auch mal wieder ungestört unterhalten. Unserere Nacht verbrachten wir in einem Dorf (vergessen) in Schleswig-Holstein.

Morgens ging es nach einem übersichtlichen Frühstück weiter Richtung Fehmarn – Puttgarden. Unterwegs noch schnell online mit dem Handy die Fähre bei Scandlines für 127,00 Euro gebucht, das ging super. Hier sei bemerkt, dass es auch ein Kombiticket für die Fähre und die Gebühr für die Öresundbrücke gibt, was günstiger sein dürfte.

Endlich auf der Fähre von Puttgarden nach Rødby

Auf der Fähre

Es war stürmisch. Die Kinder fanden es fantastisch und tobten sich erst einmal ordentlich aus. Mein Ältester war von den Möwen, die mit der Fähre mitschwebten, scheinbar ohne sich zu bewegen, stark beeindruckt und fragte: “ Ist das 3 D ?“. Schaut er vielleicht zu viele 3 D Filme im Kino ?

Nach unserer Ankunft in Rødby fuhren wir gleich weiter.

Für unser Mittagessen machten wir in der kleinen dänischen Stadt Præstø mit einem tollen maritimen Flair, eine Pause.

 

Die Öresundbrücke

 

oeresundbrücke auf der Fahrt nach Malmö

Von der 7845 Meter langen Brücke waren wir schon sehr beeindruckt und überquerten diese ziemlich aufgeregt schnatternd und in alle Richtung schauend. Sie ist ja die längste Schrägseilbrücke auf der Welt.

Bald war Schweden erreicht. Vorher gab es aber noch ein paar Schreckminuten für uns.

Nachdem wir die Brücke überquert hatten, gab es eine für mich unerwartete Zollkontrolle. Die Kontrolleure wollten alles sehr genau wissen und vor allem alle Pässe haben. Alle. Tja, wie es so ist, und wie konnten wir nur so unverantwortlich sein. Die Kinder hatten keine Pässe. Der Mann war sehr erstaunt und gab uns zu verstehen, dass wir doch mal ein paar Meter zu seinen Kollegen fahren sollten, dort würde man alles noch mal gründlich untersuchen. Sein junger Kollege sah so aus, wie man sich einen Skandinavier vorstellen würde, groß, kräftig, ein Vollbart, blaue Augen, die in unserer Situation nicht sehr freundlich guckten. Er studierte gerade den Ausweis meines Mannes und steckte seinen Kopf durch das Fenster der Fahrerseite, als unser Fünfjähriger von hinten in eine glockenhellen Stimme fröhlich, lauthals sang: “ Wir fahr`n nach Uppsala „. Der Zollbeamte schmunzelte auf einmal und meinte nur: Alles klar. Wir durften weiter ziehen.

Malmö

Wir haben uns Malmö nicht angeschaut. Ja, Schande über unser Haupt. Aber unsere Planung sah vieles anderes vor und mit Kleinkind eine größere Stadtbesichtigung ist momentan nicht unser Ding. Aber wir verschieben es einfach auf später.

In Malmö suchten wir unseren Campingplatz „First Camp Malmö“ auf. Dieser Zeltplatz hat uns sehr gut gefallen. Wir hatten mit unserem Wohnmobil viel Platz. Er lag am Meer und an einem Park. Nachdem wir uns häuslich niedergelassen hatten, gingen wir wie üblich auf Erkundungstour. An erster Stelle stehen für unserer Kinder natürlich der Spielplatz. Wenn wir die Auswahlmöglichkeiten haben, sehen wir immer zu, dass wir unser Wohnmobil auch in der Nähe hinstellen können. An zweiter Stelle sind für uns die sanitären Einrichtungen wichtig. Auch diese lagen in der Nähe und es gab dort nichts zu beanstanden.

angrenzender Park am Camp First Campingplatz in Malmö

Durch einen kleinen Park gelangten wir zur Ostsee mit einem wunderschönen Ausblick auf die Öresundbrücke. Wir waren in Schweden und wir erreichten langsam unseren Erholungsmodus.

 

Oeresundbruecke

Blick auf die Öresundbrücke vom Land aus.

Es sei erwähnt, dass der Campingplatz am Rand von Malmö liegt, aber man kann von dort aus gut mit dem Fahrrad in die Innenstadt fahren. Es ist nicht weit.

 

Der 2.Tag

An diesem Tag war klar, dass wir ein gutes Stück in den Norden fahren wollten, “ Strecke machen „,Richtung Uppsala zu unseren Freunden.

Vorher wollten wir uns aber das Wikinger-Museum Foteviken anschauen, das gleich um die Ecke lag, etwas weiter nördlich von Malmö.

Es war bewölkt und nieselte leicht, aber wir waren kleidungsmäßig gut ausgerüstet.

Das Wikinger- Dorf Forteviken

Eingang zum Wikingerdorf Foteviken

Eingang zum Wikingerdorf Foteviken

Das Wikingerdorf lag auf einer Erhebung malerisch vor der Ostsee und bestand aus mehreren typischen Wikinger-Holzhütten, in die man hineingehen konnte.

Runenstein- Wikingerdorf- Foteviken- Schweden

Ein Runenstein, ein Zeitzeuge der Wikingerzeit, der uns noch öfter in Schweden begegnen wird.

Die Ausstattung mit Möbeln und verschiedensten Alltagsgegenständen der damaligen Zeit war mit Liebe zum Detail gemacht. Einige Schausteller machten Geschichte lebendig indem sie Szenen des Alltages  darstellten. So wurden in der Backstube, die sich in der Dorfmitte befand, Brote gebacken. Wikingerfrauen saßen in den Stuben und strickten. Wir sahen außerdem, wie Holzbesteck geschnitzt wurde.

Unserer Jungs probierten begeistert Helme und Speere auf dem Dorfplatz aus, während meine einjährige Tochter dem bunten Hahn, der mit den Hühnern herum lief, unentwegt folgte und gefährlich nahekam.

Trotz Hochsaison war das Wikinger-Dorf nicht von Menschen überlaufen. Was in Schweden eh selten ist, wie wir später noch feststellen konnten.

 

Blick auf die Ostsee-foteviken in Schweden

So konnten wir manche schönen Ausblicke in Ruhe genießen.

Blick auf Ostsee Wikinger-Museum Foteviken in Schweden

Schöner Ausblick auf´s Wasser.

Hier ist es aber nicht immer so ruhig. Es gibt das ganze Jahr über Veranstaltungen, wie z.B der internationale Wikingertag am 8. Mai, da dürfte etwas mehr Trubel herrschen. Die Termine kann man auf der Webseite erfahren, die ich oben verlinkt habe.

Es war für uns ein wunderschönes Erlebnis. Hier vorbei geschaut zu haben, hat sich für uns gelohnt.

Übernachtung auf dem Platz Bolmens Camping am Bolmensee.

Nach diesem Ausflug ging es nach Norden ca. 200 km. Es regnete sich im Laufe des Tages weiter ein. Einen Campingplatz zum übernachten fanden wir in Bolmen am Bolmensee, den 10 größten See Schwedens. Bolmens Camping war ein kleiner, ruhiger Campingplatz. Wir suchten ja nur etwas zum übernachten.

Wir sahen aber am nächsten Morgen, dass dieser Platz  bei Aktivurlaubern wie Paddlern, Kanufahrern und Anglern sehr beliebt war. Vor allem unter Deutschen schien es ein Geheimtip zu sein.

Der 3. Tag

Bevor wir vormittags weiterfuhren, gingen wir noch mit den Kindern zum Seeufer. Es hatte aufgehört zu regnen und der See lag spiegelglatt vor uns. Die Kinder spielten immer ausgelassener am Wasser , schmissen, gefühlt, 1000 Steine rein und wir bekamen sie anschließen nur mit großer Mühe einigermaßen trocken wieder ins Wohnmobil zurück.

Der Campingplatz war klein. Es gab dort keinen Spielplatz, aber das war auch nicht notwendig. Es gibt dort soviel Natur rund herum, dass Kinder sich toll beschäftigen können ohne ein vorgegebenes Animations- und Unterhaltungsprogramm.

Es ging weiter in Richtung Norden.

Was wäre Schweden ohne Elche. Da die Wahrscheinlichkeit nicht so riesig war, einen in freier Natur zu entdecken, beschlossen wir in den Elchpark zu fahren, der in der Nähe von Bolmen war.

Im Elchpark Laganland

Dieser Elchpark (Älgpark Laganland), war jetzt nicht gerade die Offenbarung.

Elch im Gehege

Ein ruhender Elch in Laganland.

Wir parkten auf einem großen Parkplatz auf dem auch schon ein paar Reisebusse standen. Zuerst ging es durch ein Souvenir-Laden, der allen möglichen Krempel hatte, was so vermeintlich typisch für Schweden war. Ihr wisst schon, Trolle und Pippis und so weiter. Dort mussten wir aber durch, um überhaupt zu den Elchen zu kommen. Diese befanden sich in einem zentralen Gehege, um das man so halb herum gehen konnte. Es gab auch ein paar Aussichtstürmchen. Ja, wir haben Elche gesehen. Sie saßen alle unter den Bäumen, weit weg vom Zaun und hielten Mittagspause. War ihnen gegönnt. Das schönste an diesem Miniausflug war, dass die Sonne sich zeigte und man endlich dachte: „Ja, wir sind im Sommerurlaub“.

Der Spaziergang um das Gehege war schnell getan, und wir gingen wieder auf Tour.

Nein, man muß dieses Gehege nicht unbedingt gesehen haben, da gibt es bessere Möglichkeiten Elche zu sehen und etwas über sie zu erfahren,wie ihr später noch erfahren werdet.

PS.: Es sei denn ihr wollt Souvenirs kaufen oder Elchwürste, dann lohnt es sich mehr.

 

Gränna

Dieses Städtchen ist bekannt wir seine Süßigkeiten. Wir alle kenne sie, die rot-weißen Zuckerstangen, Polkagris genannt. Es gibt dort eine Hauptstraße an der sich die Bonbonläden aneinander reihten.

Die Schaufenster mit zig Bonbons und Zuckerstangen in allen erdenklichen Farben, zogen nicht nur die Kinder magisch an. Es gibt eine Szene in einem Pippi Langstrumpf Film, wo Annika und Tommi morgens am Süßigkeitenlade vorbei kommen und dort immer stehen bleiben müssen, weil alles so herrlich aussieht. So fühlten wir uns auch. Wir gingen aber hinein und kamen mit Bonbons wieder heraus. (Ich glaube wir haben immer noch welche).

Zuckerstangen im Schaufenster

Ein Schaufenster in Gränna

 

Unser Übernachtungsplatz in Vreta Kloster: “ Camp Sandvik“

Dieser Campingplatz (Camp Sandvik) ist ein kleiner, aber ebenfalls ein sehr schöner Campingplatz am Roxen- See. Wir verbrachten den frühen Abend auf dem Spielplatz und am See. Die Kinder konnten sich ordentlich austoben, bis das schöne Spiel wieder durch einen kräftigen, anhaltenden Regenguss abgebrochen werden musste. Es gab aber ein Restaurant auf dem Platz, aus dem wir uns für jeden eine köstliche Pizza mitgenommen haben. Das entschädigte erstmal für das Sauwetter. Aber so langsam sollte es doch etwas wärmer und sonniger werden.Wir wurden ungeduldiger.

 

Der 4. Tag

An diesem Tag wollten wir abends unsere Freunde in der Nähe von Uppsala erreichen.

Wir fuhren ganz früh los. Waren es schließlich noch ca. 260 km.

Vadstena slot

Da wir in der Nähe von Vadstena waren, schauten wir uns wenigstens das Schloß von außen an. Zu mehr konnten wir uns keine Zeit nehmen. Diese Stadt ist auch ein Ort, den man sich mal in Ruhe anschauen müsste. Später mal.

Schloß in Fadsten

Vadstena slot

 

Julita Gård

Unser Highlight des Tages, neben dem Wiedersehen unserer Freunde natürlich, sollte Julita Gård werden.

Ich hatte es zufällig im Reiseführer entdeckt. Ich schaute, wo wir entlang fahren würden und suchte etwas, für das es sich lohnt anzuhalten.  Es war ein kleiner Eintrag im Reiseführer, aber der Hinweis, dass dort das Haus von Petterson und Findus zu sehen ist, brachte mich auf die Idee die Kinder damit zu überraschen.

Bei Petterson und Findus

Als eingefleischte Sven Nordqvist- Fans waren die Kinder beim Anblick der roten Gebäude sofort im Bilde und im wahrsten Sinne völlig aus dem Häuschen. Überraschung gelungen,würde ich sagen ! Als wir ankamen, lief gerade eine Scharr Kinder hinter „Petterson“ und „Findus“  her, die die Gänse füttern wollten.

Bei-Petterson-und-Findus

Gleich zu Beginn der Hof von dem alten Petterson und seinem Findus

Meine Kinder liefen erst mit, fanden dann aber das Haus viel spannender.

 

Pettersons Haus

Hereinspaziert.

Wir konnten uns in der Küche auf Pettersons Küchenbank setzten, und wir hätten uns nicht gewundert, wenn Petterson durch die Tür gekommen wäre und uns einem Kaffee angeboten hätte. Es war so liebevoll an das kleinste Detail gedacht worden. Es war so herrlich. Wir waren mitten im Bilderbuch. Selbst die Muggler mußte man nicht missen.

Im Hühnergehege gackerten die Hühner, und Pettersons chaotische Werkstatt konnte man durch ein Fenster bestaunen.

Und wenn man im Spätsommer hier vorbeischaut, kann man vielleicht auch ein paar Fleischbällchen naschen. Wer weiß.

Koettbuller Beet

Im Garten von Petterson und Findus

Julita: Ein wunderschönes landwirtschaftliches Freilichtmuseum

Da das Petterson Haus gleich hinter dem Eingang lag, war es schwer die Kinder zum Weitergehen zu bewegen. Hatte Julita Gård, als riesiges Freilichtmuseum eines landwirtschaftlichen Gutshof doch noch mehr tolle Dinge zu bieten. Es befanden sich die  verschiedensten Gebäuden auf dem Gelände, wie Ställe, Garagen, Orangerie. Das bedeutendste davon ist wahrscheinlich das Herrenhaus.

Herrenhaus in Julita Gard

Das Herrenhaus

Ich bin immer noch traurig, wenn ich das Bild anschaue. Ich bzw. wir haben uns nämlich dieses herrschaftliche Haus nicht von innen angesehen.

Es gab entsprechende Zeiten für Führungen, unter anderem auf Englisch oder Deutsch. Alleine kann man nicht hinein. Wir hätten ersten darauf warten müssen und zweitens waren meine Kinder, vor allem mein jüngstes nicht gewillt alles ruhig über sich ergehen zu lassen und damit den lieben Eltern einen Gefallen zu tun. Sie wollte vielmehr selber herum laufen, ansonsten gab es fürchterliches Geschrei. Tja, noch ein Grund, Schweden auf jeden Fall später wieder zu bereisen.

symmetrisch angelegter Garten vor Herrenhaus- Julita Garr

Blick vom Herrenhaus auf einen kunstvoll angelegten Garten

Wie ich oben schon beschrieben habe, gab es aber auch so viel zu sehen, so dass ich wahrscheinlich eh nicht mehr verarbeiten konnte.

Ein altes Auto in Julita gard

Etwas für Oltimerfans

Neben diesem Auto gab es auch noch andere noch ältere Zeitzeugen der Mobilität, wie Kutschen, in die man sich tatsächlich auch reinsetzen konnte.

Alte Molkerei

Das Molkerrei- Museum

Das obige Gebäude, die Molkerei lag so malerisch in die Natur eingebettet, dass es es doch eine Freude gewesen sein muss, dort arbeiten zu gehen, zumindest im Sommer, oder?

Ein Museum im Museum

Der letzte Eigentümer, Arthur Bäckström errichtete in den 30iger Jahren ein Museum auf dem Gelände um seine Sammlung hier unter zu bringen.

Skansen Museum

Das Skansen Museum

Auch eine Kirche wurde etwas später dazu gebaut.

Kirche und Innenhof

Kirche mit dem Innenhof des Skansen Museums

Und die vielen, vielen herrlich bunten Blumen. Also dieses Freilicht- Museum sollte man nicht verpassen.

Wir hielten uns hier ca. 3 Stunden auf und waren vollkommen glücklich.

Richtung Ausgang gönnten wir uns 5 noch ein leckeres Eis und während wir Erwachsenen bei einem Becher Kaffee, die schon so lange vermisste Sonne ins Gesicht schienen ließen, besuchten die Kinder wieder Petterson. Es gab dort ja immer noch so viel zu entdecken.

Auf dem Weg zu unseren Freunden

Es hatte wieder angefangen zu regnen. Das störte uns aber nicht. Wir saßen im Trockenen, hörten Astrid- Lindgren- Lieder, freuten uns über den schönen Tag, auf das Wiedersehen und das alles bei diesem Anblick unten. Es ging uns sehr gut.

 

Bei unseren Freunden

Unsere Freunde werdet ihr ja nicht besuchen, aber etwas wollte ich schon dazu schreiben.

Hühnergehege

Die Hühner auf dem Hof unseres Freundes

Das Haus unserer Freunde lag mitten in Feldern und an einem Feldweg. Ich glaube so 1-2 Nachbarn, darunter ihre Vermieter, hatten sie.

Katze im Garten

Schaut mal genau hin, ganz hinten in der Mitte das Graue. Eine Katze

Unser Freund, ein ehemaliger Arbeitskollege meines Mannes, wohnt hier mit seiner Freundin völlig in der Pampa, in ihrem “ Bullerbü“ mit Hund, Katz und Maus, äh- oder ,Hühner und Hahn. Sie sind dort sehr glücklich. Wir kannten unseren Freund eher als einen eingefleischten Stadtmenschen und erkannten ihn dort kaum wieder.

Nach dem Abendessen wanderten wir noch über Felder in den Wald zu einer kleinen Hütte mit Feuerstelle und redeten über alte Zeiten. Nach Mitternacht gingen wir wieder zurück und trotzdem brauchten wir keine Taschenlampe. Es war noch hell genug und man sah noch ein Lichtstreifen am Horzont. Wir waren doch schon etwas nördlicher.

Diese Naturschauspiel verwirrte mich übrigens öfter in der Nacht. Wenn ich auf Toilette mußte, und es draußen hell war, wußte man manchmal nicht, ob die Sonne auf oder gerade noch untergeht. Das fanden unsere Kinder auch faszinierend.

 

Der 5. Tag

Die Kinder waren 8. Uhr schon wieder wach. Nach 7 Stunden. Warum brauchen die eigentlich so wenig Schlaf?

Wir frühstückten ausgiebig und lecker und machten einen Rundgang durch den Garten. Unser Freund, der zum Landwirt mutiert ist, unglaublich.

Schon wieder ein Elchpark

 

Unsere Bekannten meinten wir müssten unbedingt in den Elchparkt fahren, diesen besuchen sie immer mit ihrem Besuch und der wäre ganz toll.

Wir hatten eigentlich keine richtige Lust darauf. Der oben beschriebene Elchparkt reichte uns eigentlich. Wir taten es eher, ja , weil wir unseren Freunden  irgendwie nicht zu nahe treten wollten. Ich weiß auch nicht so recht. Auf jeden Fall nahmen wir diesen Elchpark noch auf unserem weiteren Weg mit. War ja in der Nähe.

Wir wurden nicht enttäuscht, eher sehr überrascht.

Im Gårdsjö Elchpark

 

Gårdsjö Elchpark

Der Wegweiser zum Eingang

In diesem Gårdsjö Älgpark war es voll witzig.

Traktor-Elchpark

Der Trecker mit dem Anhänger im Elchpark

Die Besucher wurden auf einen Treckeranhänger gesetzt, quer zur Fahrtrichtung. Dann ging es zu den Elchen auf´s Feld bzw. Gehege. Natürlich nur im Schritttempo.

 Elch im Gårdsjö Elchpark

Der Elch, das Tier, das man sofort mit Schweden in Verbindung bringt

Nicht, das wir nur Elche gesehen hätte. Wir konnten ihnen bei der Fütterung sehr nahe zu schauen. Sehr nah.

Gårdsjö Elchpark

Die Elche wurden natürlich vom Futter angelockt.

 

Noch näher! Wir durften sogar das Geweih berühren. Es war so warm und samtig.

Elchgeweih im Gårdsjoe Elchpark.

Ein Geweih zum Anfassen, warm und samtig.

Von dem Besitzer, dem Elchmann Leffe , der nicht nur in Schweden als “ Mann der die Elche knutscht“ bekannt ist, erfuhren wir enorm viel über diese Tiere.

Elchkuh und Junges

Eine Elchkuh und ihr Junges

Diese Tour dauerte 1 Stunde. Dies war für unsere Tochter, damals noch nicht ganz 2 Jahre, etwas zu lang. Zumindest am Anfang der Tour krakeelte sie ziemlich herum und es war schwer, sie so zu halten, dass sie nicht runter fiel. Bis der Elchmann kam und sie uns weggenommen hatte und mit ihr im Arm weiter über die Elche erzählte. Ich guckte  verdattert zu wie er meine Tochter herum trug. Der Leffe zwinkerte uns nur zu und meinte, wir werden schon sehen , wie gut das geht. Tatsächlich meine Kleine tat so als ob dies zu ihrer täglichen Routine gehörte. Sie weinte kein bißchen , war still und schaute kein einziges Mal irgendwie Hilfe suchend zu uns. Komisch , war das so eine Art “ Schockstarre“ ? Er gab sie uns aber relativ rasch wieder zurück und zu unserer Verwunderung war sie weiter umgänglich und von Knatscherei weit entfernt.

Fazit: Für uns war es das schönste Elcherlebnis in Schweden

Also, wenn ihr in der Nähe seit, absolut empfehlenswert. Wir haben es genossen, auch wenn wir am Anfang durch einen Regenschauer so nass geworden sind ( und wir hatten schon Regensachen an), es hat dem ganzen überhaupt keinen Abbruch getan. Es war ein klasse Erlebnis. Nur mit Kleinkindern sollte man es sich vielleicht überlegen, vor allem wenn sie sehr lebhaft sind. Dann muß man sich vielleicht abwechseln. Es gibt auch ein Café und ein Shop und Hühner. Man bekommt die Zeit schon gut rum.

Noch ein Wort zum Wetter ( ich kann es ja nicht lassen). Ab diesem Tag, nach dem ordentlichen Schauer zu Beginn der Treckertour, wurde es besser, wärmer, sonniger. Hurra !!!

Mariefreds Camping

Nach dem Elchpark ging es wieder in den Süden, eigendlich schon unsere Rücktour. Aber es erwartete uns ja noch so viel.

Der Campingplatz, den wir uns herausgesucht hatten, hieß Mariefreds Camping. Er lag am Mälarsee. Klein, vielleicht für schwedische Verhältnisse. Wir hatten mehr als ausreichend Platz mit unserem Wohnmobil.

Den Tag beendeten wir wieder mit einem Rundgang zum Spielplatz. Außerdem kauften wir uns im Kiosk ein Eis und testeten die Wassertemperatur des Sees, aber nur mit den Füßen. Eisbaden war nix für uns.

Das Wichtigste, nicht nur für Literaturfreunde.: Der Blick über den Mälarsee auf das Schloß Gipsholm.  Schon bei dem Ortsnamen Mariefred, fällt dem einen oder anderen Kurt Tucholskys Werk “ Schloß Gipsholm“ ein. So konnten wir schon von ferne genießen, was wir am nächsten Tag besuchen würden und freuten uns oder doch eher nur die Erwachsenen.

Der 6. Tag

Wir fuhren ohne Frühstück los. Wir würden am Schloß Gripsholm schon etwas finden.

 

Schloß Gripsholm

Das Schloß war gut ausgeschildert. Wir fanden schnell einen großen Parkplatz. Dort haben wir dann doch erstmal etwas gegessen und ohne Kaffee geht bei uns eben nichts.

Die Sonne schien, es war warm und wir machten uns vergnügt auf den Weg, auf dem wir wieder einen Runenstein entdeckten. Hab ja gesagt, das es noch mehr davon in Schweden gibt.

Runenstein- Schweden

Ein weiterer Runenstein auf dem Weg vom Parkplatz zum Schloß Gipsholm

Ein kurzer Fußweg führte uns zu dem Schloß, welches  Kurt Tucholsky als Schauplatz für seine Erzählung “ Schloß Gipsholm- Eine Sommergeschichte-“ auswählte.

Ich liebe es auf Reisen Orte mit literarischem Hintergrund, sei es als Schauplatz für Geschichten oder Orte in denen sich Schriftsteller aufgehalten haben, auf zu suchen.

Natürlich haben die meisten Sehenswürdigkeiten einen kulturell- geschichtlichen Hintergrund, aber Geschichten, Bücher machen alles für mich besonders, emotionaler. Der Urlaub wird dadurch so viel „dichter“. Siehe auch meinen Beitrag….

Schloß Gripsholm Mariefred

Schloß Gripsholm von der Hinterseite.

Im Innenhof standen 2 Kanonen , die fanden natürlich meine Jungs am interessantesten.

Innenhof Schloß Gripsholm

Der Innenhof von Schloß Gripsholm.

 

Kanone im Innenhof Schloß Gipsholm

Das Objekt der Begierde.

Eine Schloßbesichtigung innen haben wir nicht gemacht, wir waren vom Äußeren schon sehr angetan. Dieses rote Schloß ist einfach sehr schön mit dem angelegten Garten und der Lage am bzw. auf einer kleinen Insel auf dem Mälarsee, gegenüber von Mariefred. Für einen Spaziergang mit den Kindern perfekt.

Schloß Gipsholm

Schloß Gripsholm von der Seeseite aus.

 

Mälarsee.

Blick auf Mariefred.

 

Blumenbeet- Schloß Gripsholm

Wunderschöne Blumenbeete um Schloß Gripsholm

 

Mariefred

Wir gingen vom Schloß aus ins Zentrum von Mariefred.

Es ging dabei an dem kleinen Bahnhof, auf der die Schmalspurbahn mit Dampflock ihre 30 minütige Reise nach Läggesta beginnt, vorbei. Dieser Bahnhof ist das älteste Bahnmuseum in Schweden. Wir haben es uns aber nicht angesehen.

Auch Kurt Tucholsky erwähnt in seiner Erzählung diesen Bahnhof.

Bahnhof Mariefred.

Ältestes Bahnmuseum Schwedens mit seiner Schmalspurbahn.

Wir gingen dafür etwas shoppen. Es gibt nur eine Einkaufsstraße in diesem Ort. Deswegen waren wir zwar nicht hier, aber wir wollten uns doch ein wenig unter die Leute mischen.

Es gab einige schöne Deko-Läden. Mir gefällt das skandinavische Design außerordentlich gut. So gingen wir auch nicht weg, ohne etwas für unsere Wohnung gekauft zu haben. Und ihr könnt mir glauben, die Auswahl  fiel mir nicht besonders leicht. Ich hätte mich dumm und dämlich kaufen können.

Auf dem Rückweg zu unserem Wohnmobil aßen wir noch in einem Fast food Restaurant. Wir wurden durch die Menschenschlange angelockt, die davor standen. Wir dachten, dann muß es ja gut sein.

Es stellte sich heraus , dass das einzig Gute die Auswahlmöglichkeit eines vegetarischen Burgers war, der leider sehr fad schmeckt und wirklich nur das Loch im Magen stopfte ohne jeglichen Genuss. Wir hatten einfach Hunger. Siehe auch meinen Beitrag: “ Unsere Schwedendiät“. Da lasse ich mich mehr über das Thema: “ Essen in Schweden“ aus.

Noch ein Nachtrag für die Literaturfreunde unter euch. Der Schriftsteller und Schwedenliebhaber Kurt Tucholsky hat hier in Mariefred seine Grabstätte, die man besuchen kann.

Söderköping

Nach unserem Mittagessen ging es weiter nach Söderköping. Dieses war noch 180 km entfernt. Perfekt. Die Kinder machten sofort die Augen für ihr wohlverdientes Mittagsschläfchen zu und ich nutzte die Gelegenheit in Ruhe in meinem Reiseführer zu stöbern und endlich, endlich kam auch mein spezieller Astrid Lindgren Reiseführer zum Einsatz. ( Ich werde in einem speziellen Beitrag über meine Schwedenlektüre gesondert berichten.)

Der Göta-Kanal

Söderköping liegt am Göta-Kanal. Dieser verbindet die Ostsee mit dem Vänersee. Es gibt dort zahlreiche Schleusen, die einige Höhenmeter überwinden müssen. Ich denke alleine am Göta- Kanal, auch in Verbindung mit dem Tollhätte- Kanal, kann man locker 2 Wochen so dermaßen mit Aktivitäten ausfüllen wie Wandern, Schifffahrten, Fahrradfahren usw..

Für uns war es eine Stippvisite, an die wir uns sehr gut erinnern können. In den Köpfen unserer Kinder haben sich dabei vermutlich andere Details verankert, als bei uns z.B. das leckere Eis, welches es dort gab. Ganz bestimmt sogar. Aber dazu gleich mehr.

Wir parkten etwas am Rand von Söderköping auf einem leeren Supermarkt- Parkplatz. Auf einem der offiziellen Parkplätze am Götakanal war natürlich alles voll. Trotzdem war es nicht weit bis zum Wasser und wir befanden uns schnell unter Touristen , die so wie wir das herrliche Wetter am Götakanal entlangschlendernd, genossen.

 

Goeta-Kanal in Soederkoeping

Spaziergang entlang des Göta-Kanals.

Es gab hier eine lange Promenade mit zahlreichen Restaurants und Cafes.

Goeta-Kanal-Soederkoeping

Schöne Segelboote ankerten entlang der Promenade.

 

Die Eisdiele, mit wahrscheinlich den meisten Eissorten in Schweden

Wir steuerten bzw. suchten zielstrebig nach einer Eisdiele , und zwar das Glassrestaurang Smultronstället . Es sollte dort eine enorme Auswahl an Eiskreationen geben.

Wir sahen schon von Weitem eine riesige Schlange und überlegten hin und her, ob sich das lohnt zu warten und Stunden in dieser Menschenmasse zu verbringen. 

Schon hinten angestellt, entdeckte Hannes, mein Mann, dass es noch eine Schlange gibt. Die war deutlich übersichtlicher und befand sich an der rechten Seite des Gebäudes. Die Leute in der Riesenschlange wollten sich nämlich ins Restaurant reinsetzen und warteten auf einen Platz. Das wollten wir ja gar nicht, juchhu, 10 Minuten später hielten wir alle unser Eis in der Hand. Wenn es doch länger dauern sollte , kann man eigentlich nur dankbar sein, denn ich sage euch, die Auswahl zwischen mehr als 50 Sorten, unter anderem Popcorn oder Rhabarber/Ingwer, kann einiges an Zeit dauern. Für 3 Kugeln zahlten wir 38 Kronen. Nein, nicht ganz billig, aber ungeheuer lecker.

Das Eis genossen wir einigermaßen in Ruhe an der Schleuse, die sich dem Eisrestaurant genau gegenüber befand. Trotz der erhöhten Aufmerksamkeit, dass kein Kind in den Kanal plumpste, konnten wir Segelboote beobachten, die sich dort durch schleusten.

Schleuse-Goeta-Kanal

Hier kam gerade ein Segelboot, welches durch die Schleuse musste.

 

Segelboot auf dem Goeta-Kanal.

Hier war das Boot durch und wir schauten hinterher.

Es ging weiter in die Stadt.

 

Drehort für den Film Madita
Innenstadt-Soederkoeping

Innenstadt von Söderköping.

 

Da ich wusste, dass einige Außendrehs für den Film “ Madita “ hier statt fanden, machten wir noch einen kleinen Abstecher in die Stadt. Diese war klein und wirkte, typisch skandinavisch mit den verkleideten Holzfassaden und sehr beschaulich und irgendwie leer. Die meisten waren wahrscheinlich am Göta- Kanal.

Storån

Storån durch Söderköping

Kennt ihr in einem Maditafilm, die Szene, in der Madita einen Schuh verliert, dass muß bzw. soll hier gewesen sein, an dieser Brücke.

Bruecke ueber den Fluß Storån in Soederkoeping

Hier fiel Maditas Schuh in den Storån.

Wenn man über diese Brück geht, befindet man sich in der Straße, die man unten auf dem Foto sieht. Allein dafür hat sich dieser kleine Fußweg in das Städtchen hinein gelohnt.

Straße mit Stockrosen in Soederkoeping

Idyllischer geht es kaum, oder?

 

Von da aus machten wir einen Bogen und gingen wieder zu unserem Wohnmobil und dann Richtung Linköping auf den Campingplatz.

Glyttinge Camping Linköping

Dieser  Campingplatz gehört zu einer Kette: Nordic Camping & Resort. Er war klein, übersichtlich und sauber. Wir hatten wieder ein Stellplatz in der Nähe eines Spielplatzes und der sanitären Einrichtungen, so zu sagen in Sichtweite. Während unsere Kinder dort spielten, konnten wir das Abendbrot vorbereiten und haltet euch fest, das erste mal draußen unter freiem Himmel. Vielleicht sind wir einfach nur Weicheier, die Schweden haben wir öfter schon draußen essen sehen. Mehr dazu in meinem Beitrag: “ Schwedenwetter“

 

Der 7. Tag

Ich hatte von einer Mama aus dem Kindergarten den Tipp bekommen, mal in Linköping im Freilichtmuseum „Gamla Linköping“ vorbei zu schauen, das wäre ganz toll und dazu kostet es keinen Eintritt.

Gamla Linköping

Wir dachten, wir machen mal wieder einen kleinen kurzen Abstecher in dieses     „Gamla Linköping“.  Aber von wegen kurz. Pustekuchen. Es war so unglaublich viel zu sehen und erleben, dass wir uns dort den ganzen Tag aufhielten. Ein Freilichtmuseum, in dem man in ein Leben wie vor 100 Jahren eintauchen kann. Mit verschiedenen einzelnen Museen, wie z.B eine Seilerei oder Druckerei. Selbst ein Tag reichte natürlich nicht, um alles in Ruhe anzuschauen. Da kann man immer wieder hinfahren.

Viele kleine, schöne Geschäfte versteckten sich in den alten Gebäuden und luden zum Geld ausgeben ein.

Geschaeft in Gamla Linkoeping

Eines von vielen Geschäften in Freilichtmuseum Linköping.

Auf einem Hinterhof wurde wie vor hundert Jahren große Wäsche gemacht.

Waschfrau in Gamla Linkoeping

Eine Waschfrau auf einem der Hinterhöfe.

 

Auf einem anderen Hinterhof wurde gesungen.

Wie so oft in Schweden, wirkte es für unsere Verhältnisse so leer. Wir kennen das gar nicht. Wenn es bei uns so etwas schönes gibt, dann ist es meist völlig überlaufen.

In der alten Seilerei
Straße in Gamla Linkoeping

Hinten links sieht man schon die alte Sellerie.

Das war ganz spannend, da dort unsere kleinen Männer selber aktiv werden konnten.

Das Seil durften wir als Andenken mit nach Hause nehmen.

Wieder in den Straßen von Gamla Linköping
Eine Kutsche in Gamla Linkoeping

Eine Kutschfahrt wie in alten Zeiten.

In dem Kolonialwarenladen am Markt gab es aber auch viele einheimische Produkte zu kaufen.

Kolonialwarenladen in Gamla Linkoeping

Kolonialwarenladen. Es machte Spaß dort herum zu stöbern.

Wir schlenderten dort hin und da hin. Es gab immer wieder etwas zu entdecken. Zwischendurch mal ein Kaffee oder ein Eis. Es war total entspannt. Die Kinder konnte man einigermaßen frei laufen lassen. Vom Auto konnten sie ja nicht überfahren werden, gab es dort ja nicht.

Dieses hübsche Haus konnte man auch von innen besichtigen. Es zeigte die typische Einrichtung  der guten alten Zeit.

Überall liefen Leute in der Kleidung von vor 100 Jahren herum, und man erlebte alles viel intensiver dadurch.

Wohnhaus in Gamla Linkoeping

Wohnhaus in Gamla Linköping, in das man eintreten kann.

In der alten Schule

Viel Zeit verbrachten wir auch im  Schulmuseum. Dort durfte man sich auf die alten Bänke setzen und auf den Schiefertafeln schreiben. Etwas komisch fanden wir es dann das Geschriebene mit dem an der Schiefertafel angebundenem Hasenpfötchen weg zu wischen.

Wieder am Marktplatz angekommen, waren wir noch in einem kleinen Polizeimuseum. Plötzlich war unser Töchterchen weg. Wir fanden sie nebenan in der alten Post fleißig stempelnd vor.

Das Postmuseum in Gamla Linkoeping.

Das Mädel von der Post.

Auf dem Bild unten ist ja der Tisch mit den Blumen. Seht ihr die rosa Geranie hinten in der Holzkiste? Die habe ich mir gekauft. Ich finde sie so schön. Sie ist jetzt meine. Ich muß aber zugeben. Sie sieht im Moment nicht mehr so schön aus. Aber wen es interessiert kann in meinem Beitrag:“ Meine Marbacka Geranie“weiterlesen.

Hausierer in Gamla Linkoeping

Auch ein Hausierer braucht einmal eine Pause.

Im Fenomenmagasinet

Ein ganz tolles Erlebnis für unsere Kinder war der Besuch des Fenomenmagsinet. Es befand sich in einem größeren Gebäude auf dem Gelände von Gamla Linköping. Dort konnten sie nach Herzenslust viele physikalische Experimente durchführen. Das heißt Action pur.

Einige Terrarien waren auch zu sehen. Eigentlich waren wir schon total übersättigt.

Als Krönung konnten die Kinder in einem echten Cockpit eines Fliegers Pilot und Co- Pilot spielen. Ihr könnt euch aber bestimmt vorstellen, dass wir unsere Kinder dort nicht so schnelle wieder herausbekommen haben.

Im Fenomenmagasinet in Gamla Linkoeping

Im Cockpit im Fenomenmagasinet.

 

Wir mussten aber los. Wir hatten noch so gute 100 km vor uns.

 

Camping Västervik

Wir hatten uns ein großen fünf Sterne Campingplatz heraus gesucht, auf dem wir auch mal einen ganzen Tag Pause machen konnten, einfach mal nichts tun, aber das erst übermorgen. So kamen wir zum VÄSTERVIK RESORT – LYSINGSBADET an der Ostsee. Es ist ein Campingplatz auf einem riesigen Gelände. Es hat einen größeren Supermarkt, Restaurants, einen riesigen Spielplatz und ein Hallenbad. Dort mußte man aber auch wieder extra zahlen, dass haben wir uns gespart. Als wir ankamen, gab es keinen Stellplatz mit Strom mehr. Eine Nacht konnten wir natürlich überbrücken. Wir reservierten gleich für den nächsten Tag einen Wohnmobilplatz mit Strom. Für den nächsten Tag hatten wir vor Astrid Lindgrens Welt zu besuchen. Dies war nur 50 km entfernt, also gut machbar um morgens hin und nachmittags wieder zu unserem Campingplatz zu fahren.

Ostsee

Der Campingplatz liegt an der Ostsee.

 

Der 8. Tag

Heute geht es zu Astrid Lindgrens Welt. Lesen wir doch schon die ganzen Tage den Jungs aus dem Buch “ Michel “ vor.

Die Eintrittskarten dafür , als Kombiticket mit Parkticket, konnten wir schon auf dem Campingplatz kaufen. Das war äußerst bequem. Für 2 Erwachsene und 2 Kinder ( das Kleinkind war kostenlos) bezahlten wir 145 Euro. Ja, schon ordentlich der Preis. Es hat sich aber wirklich gelohnt. Man verbringt deshalb auch wirklich den ganzen Tag dort (ohne sich zu langweilen).

Im Astrid Lindgren Fieber

Was so leicht in Söderköping mit den wenigen Schauplätzen aus dem Maditafilm begann, entwickelte sich zu einem ausgewachsenem  Astrid Lindgren Fieber. Wir tauchten bis zum Ende unserer Reise in das Leben und in die Welt von Astrid Lindgren ein. Wir waren regelrecht gefesselt von dieser wunderbaren Frau, ihr Leben und ihren Werken.

Astrid Lindgrens Welt

Als wir ankamen, war der Parkplatz schon ziemlich voll. Ich dacht schon, was das wohl für ein Gewimmel sein wird.

Bevor wir „Astrid Lindgrens Värld“ überhaupt betraten, bekamen alle Kinder erstmal ein Armband mit Handynummern der Eltern ums Handgelenk. Gute Idee. Sind dort bestimmt schon einige Kinder abhanden gekommen.

Dann ging es los. Als erstes entdeckten unserere Jungs das Spiel „Nicht den Boden berühren“, eine nicht überschaubar lange Strecke lud zum klettern und hangeln und balancieren ein ohne eben den Boden zu berühren. Sehr verlockend für Groß und Klein. Das machte so ein Spaß, wenn es nach meinen Kindern gegangen wäre, hätten wir hier auch bleiben können.

Astrid-Lindgrens-Welt

Bloß nicht den Boden berühren.

Wir hatten an der Eintrittspforte einen Lageplan bekommen, auf dem auch die Zeiten für die Theateraufführungen der einzelnen bekannten Astrid Lindgrens Werke.

Bei Madita

Zu Beginn waren wir bei Madita. Es wurde gerade noch der Rest aufgeführt. Dann war Pause. In den Pausen konnten die Besucher zusammen mit den Schauspielern spielen, reden , Fotos machen.

Madita-Buehne-Astrid-Lindgrens-Welt

Madita und Lisbeth spielen.

Meine Kinder nahmen gleich das Wohnhaus in Beschlag. Für Erwachsene ist es nicht die passende Größe und wenn ein Kleinkind darin verschwindet und nicht wieder heraus will, hat man Pech und muss selber rein, was etwas anstrengend werden kann. Bei uns versuchten erst die Jungs unsere Tochter davon zu überzeugen wieder heraus zu komme, leider ohne Erfolg. Mein Mann ist wahrlich hinter her gekrochen.

Wohnhaus Madita in Astrid-Lindgrens-Welt

Wer einmal drin ist kommt so schnell nicht wieder raus.

Bei Michel aus Lönneberga

Zum nächsten Theaterstück gingen wir pünktlich zur Michel- Bühne. Witzigerweise wurde dort die Geschichte mit der Suppenschüssel und wie Michel Ida an die Fahnenstange hing, gezeigt.

Diese Aufführung ging einem unter die Haut. Die Schauspieler waren so toll. Es hatte alles eine enorme Qualität, wirklich ein Genuss. Als die bekannten Lieder gesungen wurden, wäre man am liebsten aufgesprungen und hätte mit gemacht. Das ganze war natürlich auf Schwedisch, aber das war so egal. Ich denke da braucht kein Kind eine Übersetzung. Man kennt die Geschichten einfach.

Michel-Loenneberga-Buehne Astrid-Lindgrens-Welt

Ida an der Fahnenstange.

Wir verfolgten mit , wie Michel mit Vater und Mutter den Doktor aufsuchen mußte, weil er ja die Schüssel nicht mehr vom Kopf bekam.

Michel in der Suppenschuessel.

Michel in der Suppenschüssel.

Bei Ronja Räubertochter

Wo richtig großer Andrang herrschte, war bei Ronja Räubertochter. Irgendwie schien das die beliebteste Geschichte zu sein. Wir haben zweimal eine Aufführung gesehen, bzw. unsere Jungs. Beim ersten mal, konnten wir nur die Jungs irgendwo am Eingang auf die Zuschauertribüne quetschen. .

Auf alle Fälle sollte man sich hier rechtzeitig einen guten Platz sichern. So machten wir es bei der darauffolgenden Aufführung und es passte wieder alles. Am Tag werden pro Bühne verschiedene  Geschichten aufgeführt, so dass es nicht mehrere Wiederholungen an einem Tag gibt.

Die Aufführung war ebenfalls stark. Die Stimmen im Gesang mächtig. Die Schauspieler hatten auch enormen Spass. So schien es auf jeden Fall.

Mattisburg-Ronja-Rauebertochter-Auffuehrung

Die Mattisburg.

In die Matthisburg konnte man in den Pausen auch hineingehen.

Zwischen den Aufführungen mischten sich die Räuber unter die Besucher und begannen auch ganz spontan mal ihr Räuberständchen. Seitdem stimmt öfter mal eins unserer Kinder dieses Lied an und  die andere stimmen mit ein.

Ronja-Rauebertochter-Auffuehrung

Die Räuber aus Ronja Räubertochter.

Die Villa Kunterbunt

Pippi Langstrumpf war für uns die letzte Aufführung des Tages. Die 5. wenn man genau ist.

Villa Kunterbunt Astrid-Lindgrens-Welt.

Die Villa Kunterbunt.

 

Ihr müsst aber nicht glauben, dass wir von einer Aufführung zur nächsten gehetzt sind. Ganz und gar nicht. Zwischen dem ganzem Theater waren wir einmal Mittagessen in einem Selbstbedienungsrestaurant. Dort, wie soll es anders sein, gab es unter anderem für uns Fleischbällchen mit Kartoffelpüree, Erbsen und Preiselbeermarmelade. Was soll ich sagen, es war total lecker. Der Andrang war schon recht groß aber erträglich.

Es gab überall etwas wo unsere Kinder sich ausprobieren konnten.

Ein Eis und Kaffee gab es auch an mehreren Ecken zu kaufen.

Ein guter Tipp: Nehmt Wechselsachen mit. Die Hosen blieben nicht lange trocken.

Floß in Astrid-Lindgrens-Welt

Wer bleibt oben?

Steine im Wasser Astrid-Lindgrens-Welt

Immer wieder Herausforderungen.

Dieser ganze Park war schon im Sinne von Astrid Lindgren angelegt. Spielen, klettern in der Natur war  das vorherrschende Thema neben den Theateraufführungen.

 

Die kleine, kleine Stadt Vimmerby

Ziemlich zum Schluß besuchten wir noch die winzige, kleine Stadt. Dieser Stadt begegnet man ja in den Geschichten von Astrid Lindgren immer wieder direkt oder indirekt. Es ist ja ihre Heimatstadt.

Modelstadt Vimmerby Astrid Lindgrens Welt

Stadthotel in Klein-Vimmerby

 

Straße in Vimmerby Astrid-Lindgrens-Welt

Als Riese durch eine Straße zu schlendern, macht man auch nicht jeden Tag.

Neugierig rannten die Kinder durch diese Straßen und schauten in jedes Fenster. Es gab auch manchmal Überraschungen.

Hinter einem Haus in der Modelstadt Vimmerby

Jeder Hinterhof wurde untersucht.

 

Am schlimmsten war unsere Jüngste. Ich glaube sie hat wirklich keine Tür ausgelassen, in der Hoffnung doch noch eine öffnen zu können. Daher zog sich unser Aufenthalt zwischen diesen kleinen Häusern ziemlich in die Länge. Es war aber auch zu schön.

 

So langsam leerte sich der Park, der um 18.00 Uhr schloss. Die Jungs beendeten diesen Tag wie sie ihn hier begonnen hatten, mit dem Spiel „Nicht den Boden berühren“. Unsere Tochter tanzte mit ihrer neu erworbenen Pippi vor der Big Band am Eingang des Parks. So wurden die Besucher nett hinaus geleitet. Es gab vor allem um den Eingang herum ein paar Läden, in denen man natürlich alles kaufen konnte, was mit Astrid Lindgrens Geschichten zu tun hatte. Darunter  auch ein Buchladen. Die Geschichten von Astrid Lindgren in den verschiedensten Sprachen unter einem Dach zu sehen, fand ich schon beeindruckend.

Der ganze kommerzielle Teil hielt sich aber angenehm in Grenzen. Der Spaß und das Spielen hatten hier eindeutig die Vorherrschaft.

Glücklich und erschöpft fuhren wir wieder zum Camping Västervik zurück.

Wir werden wiederkommen. Es ist niemals alles an einem Tag zu schaffen. Es bleibt genug für weitere Besuch, die immer einmalig anders sein werden.

Auf dem Campingplatz machten wir noch einen ausgedehnten Spaziergang nach dem Abendessen und belagerten den Spielplatz. W

Es ist ja in Schweden doch etwas länger hell, so dass auch die Nachtruhe erst ab 23.00 Uhr gilt. Morgens stehen die Leute dafür auch später auf.

 

Der 9. Tag

Wir hatten für diesen Tag kein Programm vorgesehen, wir haben einfach mal lange geschlafen, ausgedehnt gefrühstückt. Nach dem vorherigen Tag war das auch mal nötig. Wir hatten viele Eindrücke noch gar nicht verarbeitet. So kam uns die Pause sehr gelegen. Zumal wir an dem Tag darauf ja Vimmerby Näs aufsuchen wollten.

Bruecke zu einer Insel vom Campingplatz in Vaestervik aus

Ein bisschen Schären-Feeling

Nach dem ausgiebigen Frühstück sind wir mit Sack und Pack zum Strand gegangen. Es war aber ein sehr kurzweiliges Vergnügen. Das Wasser war unseren Kindern zu viel zu kalt, so dass wir nach einer Stunde alles wieder zusammen gepackt haben. Na ja, wir haben die Strandsachen immerhin nicht umsonst mitgenommen.

Da wir uns in diesem Urlaub nicht mit der bekannten Schären-Welt Schwedens auseinander gesetzt haben, freuten wir uns, dass wir vom Campingplatz aus das Thema etwas streifen konnten und auch mal so eine kleine felsige Insel per Brücke erreicht haben.

Zu Mittag haben wir in einem Restaurant des Platzes Pizza und Pasta gegessen. Unseren Kinder hatten wir im besten Wissen und Gewissen Erdbeer- Brause bestellt. Ich nahm mir auch ein Glas. Als ich die probierte merkte ich gleich, dass hier doch was nicht stimmt. Sie schmeckte nicht so wie wir sie vom Vortag her kannten. Na, ja mit 7 Promille Alkohol hatten wir die Erklärung. Unser Ältester hatte fast einen Nervenzusammenbruch, bis wir ihm klar machen konnten, dass er womöglich keine bleibenden Schäden davon behalten würde von seinen 2 Schlucken, die er zu sich genommen hatte. Gut, das wir es rechtzeitig bemerkt haben. Im Nachhinein hätten wir über den Preis schon stutzig werden müssen. Den für eine Erdbeerbrause 7 Euro war ein bisschen viel.

Ostsee-Campingplatz- Vaestervik

Kleiner Badestrand- Camping Västervik Resort Lysingsbadet

Unseren Plan Wäsche zu waschen, haben wir nach Blick auf die Warteliste doch schnell aufgegeben. Es waren für soviel Menschen einfach zu wenig Waschmaschinen auf dem Campingplatz. Wir konnten nicht bis zum nächsten Tag warten, wollten wir doch am nächsten wieder weiter.

Also: Ausreichend lange auf einem Platz sein, oder eben genug Wäsche mithaben.

Am Nachmittag

Nach einer kurzen Siesta und Kaffe mit Kuchen ( es gab Zimtwecken, lecker), haben wir uns so ein Familienfahrrad für eine Stunde gemietet. Damit ging es kreuz und quer über den Campingplatz. Wir hatten alle unseren Spass und unser Papa am nächsten Tag den Muskelkater. Er musste am meisten strampeln.

Hallenbad Lysingbadet

Das Hallenbad auf dem Campingplatz.

Abends genossen wir das besondere Licht hier in Schweden, während so langsam die Dämmerung eintrat.

Hallenbad-Vaestervik.

Der Badestrand vor dem Hallenbad.

Während wir Erwachsenen Fotos machten und von der Umgebung und Aussicht begeistert waren, spielten die Kinder noch ausgiebig mit dem Ball um sich für den Spielplatz warm zu machen, der danach noch aufgesucht werden musste.

Daemmerung-Badestrand-Lysingbadet.

Dämmerung, hier in Schweden deutlich später als in Deutschland.

Die sanitären Einrichtungen waren schon qualitativ sehr hochwertig. Leider mussten wir um zu duschen, oft so mindestens 20 Minuten warten. Wir nutzten ja gerne die Familienduschen, da konnte man die 3 Kinder am schnellsten auf einmal säubern. Aber auch die anderen Duschen waren meistens besetzt. Vielleicht wären für diesen 5 Sterne Campingplatz mehr nötig.

Der 10. Tag

Wir sind wieder einmal später losgekommen als geplant, aber was sollst, wir haben schließlich Urlaub.

Als wir bei der Rezeption des Campingplatzes bezahlen wollten, hatten die uns gar nicht auf dem Schirm. Wir hätten auch so raus fahren können. So was machen wir aber nicht.

Es ging wieder 50 km nach Westen, nach Vimmerby. Heute wollten wir Astrid Lindgrens Näss besuchen. Ich hatte dieses Mal zur Vorbereitung das Buch “ Das entschwundene Land “ zum 2. Mal gelesen und war bestens vorbereitet und gespannt, wieviel ich von dem heute noch entdecken kann.

Vimmerby- Näs

Ich muß sagen, nachdem ich , wie ich oben schon geschrieben haben, viel über Astrid Lindgrens Kindheit und dem Ort, wo sie aufgewachsen ist gelesen hatte, war ich tatsächlich etwas enttäuscht, was nur noch von dem übrig war. Man konnte es wörtlich nehmen das entschwundene Land. G

Wir parkten etwas weiter von dem Grundstück links auf einem großen Parkplatz vor großen Mehrfamilienhäuser.

Gegenüber von Astrid Lindgrens Näs, befanden sich auf der anderen Straßenseite ebenfalls einige Mehrfamilienhäuser, so Art Plattenbauten, wenn ich mich recht erinnere. Später in der Ausstellung erfuhr ich, dass sich dort der lange Stall ihres Vaters befunden hatte, und im Rahmen einer Feuerwehrübung abgebrannt wurde. Sie wußten wohl nicht, was sie taten.

Astrid Lindgrens Näs

Sobald man den Pavillon erreicht hat und eingetreten ist, taucht man unweigerlich in die Welt von Astrid Lindgren ein und die kleine anfängliche Enttäuschung ist sofort vergessen. Man ist in Astrid Lindgrens Näs.

Die Ausstellung über die, für mich bedeutendste Schriftstellerin Schwedens, ist überaus gelungen. Wir erfuhren so viel über ihr Leben, Wirken und Schaffen. Für den Rundgang konnten wir einen Hörer benutzen, darüber erfuhren wir schon den größten Teil. Die Kinder hatten einen extra für sich . Vieles war neu für mich, wie das politische Wirken der Autorin, z.B auch in Sachen Tierhaltung, was ja heute aktueller denn jäh ist. Es ist für mich so ein pralles , gefülltes Leben. Ich habe mir dort an Ort und Stelle eine Biographie von Astrid Lindgren gekauft und verschlungen.  Mehr dazu in meinem Beitrag: Literatur für Schweden

Was noch übrig geblieben ist

Nach der Ausstellung gingen wir zum Geburtshaus von Astrid Lindgren. Ich stand schon sehr andächtig davor. So viele Bilder hatte ich davon schon angesehen, besonders das, wo die ganze Familie davor steht, samt Mägde, hatte ich im Kopf. Jetzt standen wir davor, ein merkwürdiges Gefühl.

Astrid Lindgrens Geburtshaus-Vimmerby-Naes

Astrid Lindgrens Geburtshaus.

Draußen war alles so angelegt, dass man ahnen konnte, wie es wohl für die kleine Astrid war, wie sie hier gespielt hat, vieles sehr natürlich gehalten. In einer kleinen Hütte vor dem Hühnergehege, konnte man sich mit Hilfe eines Models einen Überblick verschaffen, wie es hier vor gut 100 Jahren aussah.

 

Immer wieder gibt es Spielmöglichkeiten für die Kinder, ganz im Sinne der Schriftstellerin.

Klettern, schaukeln, verstecken.

Ein paar Hühner gackerten im Gehege. Hier in Schweden scheinen die weißen Legehühner voll „in“ zu sein. Ich habe keine andere Hühnerrasse hier gesehen.

Huehner-Astrid-Lindgrens-Naes.

Das Hühnergehege auf dem alten Pfarrhof.

 

In einem roten Stallgebäude befand sich oben eine Ausstellung, die viel über die Geschwister der Autorin aufzeigt. Spannend und interessant. Wir Erwachsen hätten gerne noch länger darin gestöbert, aber mit einem neugierigem Kleinkind ist das Vergnügen begrenzt.

Ausstellung der Familie von Astrid-Lindgren

Hier erfährt man sehr viel persönliches über die Familie von der Schriftstellerin.

Unten in dem Gebäude gibt es auch noch einen Laden, bzw. einen Raum, in dem man wohl Bilder und Bücher kaufen kann. Er wird von Nachfahren der Familie geführt und war leider an unserem Besuchstag nicht geöffnet.

In das gelbe Haus konnte man durch den Hintereingang hineingehen.

Darin gab es eine Ausstellung über bestimmte Geschichten von Der Kinderbuch- Autorin. Diese wechselt wohl ständig.

Das gelbe Haus Vimmerby Naes

Das gelbe Haus von hinten.

Im Garten

Hinter oder seitlich, ich weiß gar nicht mehr genau, gelangte man zu einem großen angelegten Garten, die mehrere Themen in Bezug zu Astrid Lindgren beinhalteten.

Wir spazierten in Ruhe da hindurch. Es war alles so natürlich angelegt. Keine peniblen Blumenrabatten oder akuraten Rasen, an dem Betreten verboten steht. Es passte alles so zusammen. Die Kinder wurden natürlich von dem angelegten Bach wie magisch angezogen und spielten so, wie es vermutlich Astrid und ihre Geschwister es getan haben. Ein Wunsch nach der guten alten Zeit kam so manches Mal zu tage. Immer wieder begann man die Kinderzeit von Astrid Lindgren und ihren Geschwistern, die ja von ganz viel Spiel und Spaß , enormer Phantasie ,aber auch Arbeit geprägt war, mit der heutigen Kinderzeit zu vergleichen. Wie wachsen unsere Kinder auf ? Ich begann darüber viel nach zu denken und bin zu dem Schluß gekommen, einiges aus dieser Zeit in unserere Zeit für meine Kinder hinüber zu retten.

Der angelegte Bach im Garten Astrid Lindgrens Naes.

Der Bach im Garten, eine Einladung zum Spielen.

Es war manchmal eine wackelige Angelegenheit, die gelegentlich im Wasser endete.

Am Bach Astrid Lindgrens Naes.

Manchmal ist es besser  alle Schuhe aus zu ziehen.

Man kam immer weiter an den Rand des Grundstückes, dort fanden wir diese geflochtenen Hütten vor. Im Inneren hatten Kinder Wünsche auf Zettel geschrieben und dort angebracht.

Geflochtene Huetten in Vimmerby Naes

Kunst am Rand des Gartens.

 

Es gab einen fließenden Übergang von den angelegten Gärten und der unberührten Natur.

Wildblumen in Vimmerby-Naes.

Da bekommt man Lust einen Blumenstrauß zu pflücken.

 

Ich hatte sowieso das Gefühl, dass es in Schweden viel mehr Wildblumen zu sehen gibt. Hier ist es an den Straßen viel bunter, oder ist das eine Täuschung ? Hat man hier einfach die Zeit solche Dinge mehr zu beobachten ? Macht euch am besten selber ein Bild ?

In Vimmerby

 

Rathaus-Vimmerby

Das Rathaus, dass wir schon in Miniatur gesehen haben.

Wir haben ja in Astrid Lindgrens Welt schon die kleine Stadt Vimmerby besucht, jetzt war das echte Vimmerby dran.

Mit der Karte aus dem Buch “ Astrid Lindgrens Schweden“ ausgerüstet ging es die Prästgårdsgatan entlang, in die Innenstadt.

Wir kamen am Haus von Astrids Freundin vorbei, die die Vorlage für Madita abgab.

Irgendwann standen wir auf dem Platz, an dem sich auf der einen Seite das Stadthotel und gegenüber das Rathaus befanden. Ein Schiff als Spielplatz war von einigen Kindern belagert.

Außerdem erinnerte ein Denkmal, bei dem Astrid Lindgren am Tisch vor ihrer Schreibmaschine sitzt, an die berühmteste Bürgerin der Stadt.

Das Stadthotel in Vimmerby

Das Stadthotel.

Schauplätze aus Astrid Lindgrens Leben und Verfilmungen

Wir beschlossen einen kleinen Rundgang zu machen.

Zuerst ging es die Storgatan hinauf und die Sevedegatan wieder zurück. Wir sahen den Bonbonladen aus einem Pippi Langstrumpffilm, an dem sich Annika und Tommy auf ihrem Schulweg immer die Nase plattgedrückt haben; den Ort, an dem die Arztszene bei Michel gedreht wurde; das Bürgermeisterhaus bei Michel, die Adresse des alten Verlagshauses in dem Astrid Lindgren gearbeitet hat, und die Druckerei ( dazwischen mußte Astrid immer hin und her laufen, wenn es etwas zu ändern gab.)

Die Storgatan in Vimmerby.

Hier wurden einige Szenen von den verschiedensten Astrid Lindgren Verfilmungen gedreht.

 

Bonbonladen Pippi Langsstrumpf.

Der Bonbonladen aus dem Pippi Langstrumpf-Film.

 

Storgatan in Vimmerby.

Das Bürgermeisterhaus, in dem Michel hineingeritten kam.

Auf der Parallestraße kamen wir am Warmbadhus vorbei, vor dem gerade ein Konzert einer Sängerin stattfand, die war wirklich gut und schien schon etwas bekannter in Schweden zu sein.

Hier wird nicht mehr gebadet. Es finden anscheinend eher kulturelle Veranstaltungen statt.

Wir beendeten den Rundgang wieder auf dem Platz vor dem Stadthotel.

Während die Kinder ebenfalls das Spielschiff stürmten, ging ich für mich alleine zur Kirche, die gleich um die Ecke war. Hatte ich ja das Buch „ Das entschwundene Land“ gelesen und wusste, dass unter der Traueresche vor der Kirche Astrids Vater ihrer Mutter einen Heiratsantrag gemacht hatte. Die alte Traueresche ist nicht mehr da. Es wurde aber eine neue gepflanzt, und mit dem Wissen, was hier mal stattgefunden hat, konnte man sich der Atmosphäre die dort herrschte nicht entziehen.

 

Der Abend

Es war schon spät, und wir suchten uns einen Übernachtungsplatz, 10 Minuten von Vimmerby entfernt. Camping Vimmerby am See Nossen.

Übernachten mussten wir diesmal auf dem Stellplatz vor dem  Campingplatz am Nossensee.
Der Platz war sehr schön, aber angeblich voll, obwohl wir noch freie Plätze gesehen haben. Wir beendeten den Tag mit einem kleinen Spaziergang am See und gingen wieder voll mit Eindrücken beladen ins Bett. Ich begann mein neu erworbenes Buch “ Astrid Lindgrens Leben“.

 

Der 11.Tag

Da wir nach dem Aufstehen auf dem Campingplatz keine Brötchen mehr bekamen, machten wir uns schnell wieder auf den Weg.

Wir fuhren nach Sevedstorp. Sagt euch nichts?
Den Kindern sagte es auch nichts und sie ließen sich überraschen.

Am Ort angekommen, war ein großer kostenpflichtiger Parkplatz ausgeschildert.

Ein kleiner Spaziergang führte uns zu unserem Überraschungsziel.

Ein Vormittag in Bullerbü.

Die Jungs erkannten es natürlich sofort und stürmten das Milchkannen-Podest.

Wir waren früh dort und es war so sehr leer. Wie schön !

Sevedstorp.

Nicht weg zu denken, diese Milchkannen.

 

Zwei-Hoefe in Sevedstorp

Zwei von den drei Höfen in Bullerbü.

 

Sevedstorp.

Die drei Höfe auf einem Blick

Cafe in Bullerbue

Jetzt erstmal Frühstück.

Das Café eröffnete gerade, und wir nutzten die Gelegenheit unser Frühstück nach zu holen.
Die Kinder waren extrem zappelig und schlangen ihr Essen hinunter, und weg waren die Jungs.

Während wir noch unseren Kaffee genossen, gingen unsere Kinder auf Erkundungstour. Meistens konnten wir sie gut im Auge behalten. Zumindest unsere Kleine.

Es war wirklich fantastisch dort. Man konnte es sich gut vorstellen, dort für ein paar Tage (ohne Touristen) mal zu wohnen. Pure Idylle, wie man es von den Bullerbü-Filmen kennt. Diese roten Häuser mit den schönen Gärten und die Tiere. Wir saugten alles in uns auf.

Wer das Buch „Das entschwundene Land“ gelesen hatte, weiß das das mittlere Haus der 3 Höfe das Geburtshaus von Astrid Lindgrens Vaters ist.
Wo ich gerade den Titel des Buches niederschrieb. Hier im Angesicht der Ruhe, und Menschenleere, bekamen wir so eine Ahnung von diesem Land , wie es wohl mal gewesen ist. Wie gesagt nur so ein Hauch von Ahnung.
Es wurde im Laufe des Vormittags natürlich voller und wir nahmen zäh Abschied von diesem wunderschönen Ort.

Auf zum Katthult-Hof.

Um zum Katthult-Hof zu kommen, fährt man erst Richtung Mariannelund und dann nach Gibberyd.

Hatten wir , gerade jetzt im Urlaub,doch schon so viel über Michel gelesen, war der Besuch des Katthult -Hofes das letzte, was wir an Höhepunkten hier in Schweden sehen würden. Die Jungs freuten sich. Sie kannten natürlich auch die Michel-Verfilmungen. Am gespanntesten waren sie auf den Tischlerschuppen. Sie wurden nicht enttäuscht.

Das Wohnhaus auf dem Katthult-Hof

Das Wohnhaus von Michel im Film.

Auf dem Hof angelangt, beginnt sofort der Vergleich mit dem im Gedächtnis gespeicherten Bildern der Filme. Man wird schnell fündig.
Das schöne Wohnhaus mit der Fahnenstange, an der die kleine Ida hing, sind wie das übrige Gelände in Privatbesitz, aber nicht zu besichtigen.
Der Tischlerschuppen war voller Holzmännchen. Die Jungs waren beeindruckt:… soviel Blödsinn hat Michel gemacht?

Der Garten lud zum Verweilen ein. Einige hatten ihre Decken mit und hielten ein Picknick ab. Es gab mehrfach Sitzgelegenheiten.
Wir tranken Kaffee und aßen Zimtschnecken und genossen so den wunderschönen Tag. Weiter am Rande des Geländes gab es auch einen Spielplatz mit Wasser.

Katthult-Hof

Wir reden gerade über die Szene, in der Michel mittels eines Brett´s vom Tischlerschuppen in die Speisekammer gelangt und dort die ganze Wurst auf isst.

Zur Freude unserer Jungs gab es hier die Büchsen und Mützen von Michel , die ihrer Vorstellung am nächsten kamen. Sie wurden damit beschenkt und waren überglücklich, vor allem der Mittlere der sich jetzt für den Urlaub Michel als Vorbild genommen hat und nicht genug davon bekam Streiche auszuhecken. Doch, es war manchmal etwas nervig.

Latrine-Katthult-Hof

Ja, auch dieses Plumpsklo taucht im Michel-Film auf.

Auch auf diesem Fleckchen Erde haben wir uns ausgesprochen wohl gefühlt und hätten noch Stunden hier verbringen können.

Richtung Karlskrona

Es ging jetzt komplett in den Süden Schwedens. Morgen ging es ja auch schon wieder nach Deutschland.
Aber erstmal zu unserem letzten Campingplatz. Auf dem Weg dorthin fuhren wir auf einer Straße an der ständig Schilder waren, die die bekannten Glaswerkstätten Schwedens ausgeschilderten. Dieses Thema heben wir uns aber auch für später mal.

Wir erreichten unseren Übernachtung-Campingplatz Ronneby Havscamping gehen 19.00 Uhr.

Der Platz war doch recht weitläufig, was wir auf unserer üblichen Erkundungstour erkannten.

Wir hatten wieder einen Platz ohne Strom bekommen, obwohl wir auch diesmal einige freie Plätze mit Anschluß gesehen hatten.

Campingplatz Ronneby Havscamping Südschweden

Sonnenaufgang 3.00 Uhr

Dieses Bild musste ich einfach zeigen. Nein ich habe mich nicht im Lightroom- Programm aus- getobt. Es sah wirklich so aus.
Es war ca. 3.00 Uhr in der Nacht, und ich musste auf Toilette. Völlig missmutig machte ich mich auf den Weg. Was war das? Ich hatte mich mental auf einen Gang durch eine schwarze, kalte Nacht vorbereitet. Mich überraschte aber ein so abgefahrenes Farbenspiel am Himmel. Als ich von der Toilette kam, war ich hellwach und bin erstmal auf dem so ruhigen Campingplatz umher gewandert und habe die Fotos vom Sonnenaufgang gemacht. In der Ferne hörte man Wildgänse oder -enten, auf jeden Fall irgendwelche Vögel. Das war so herrlich. Danach bin ich aber noch einmal ins Bett gegangen.

 

Der 12. Tag

Heute geht es wieder zurück nach Deutschland. Jetzt, wo das Wetter in Schweden gerade der Hammer war. Wir blieben noch bis 12.30 Uhr auf dem Campingplatz, damit die Kinder noch spielen konnten (natürlich Michel von Lönneberga, was sonst). Dann nutzten wir die Mittagsruhe der Kinder zum Fahren.
In Malmö nahmen wir noch ein letztes verspätetes Mittagessen in Schweden ein .Wir fanden etwas ausserhalb der Innenstadt, an einem kleinen Hafen, eine Fischräucherei mit Namen „Limhamns Fiskrökeri. Diese war sehr gut besucht und wir fanden auch , dass es fantastisch schmeckte. Den Besuch auf der einzigen Toilette sollte man sich aber verkneifen. An dem Tag, zu unserer Zeit war sie dermaßen ekelig, dass es gut war erst nach dem Essen sie aufgesucht zu haben. Der Appetit wäre mir wohl vergangen.

Limhamns Fiskrökeri

Välkommen till Limhamns Fiskrökeri.

Es ging wieder über die Öresundbrücke, dieses Mal von Schweden nach Dänemark zurück. Wir buchten ein Online- Kombiticket für die Brücken und die Fähre vom dänischen Gedser nach Rostock. Es kostete 245,- Euro und wir haben 30,- Euro durch das Kombiticket gespart.

Oeresundbruecke.

Diesmal die Öresundbrücke von Schweden nach Dänemark.

 

Im extrem farblosen Gedser kauften wir für unsere letzten dänischen Kronen noch ein paar Essensachen ein, und dann ging es auf die Fähre. Diese hatte 30 minütigen Verspätung.
Die Überfahrt dauerte gute 2 Stunden und zog sich etwas hin. Nur mit ein paar Chips und anderen ekligen Sachen konnten wir diese für die Kinder etwas „versüßen“ und uns damit Ruhe erkaufen.
In Deutschland, im Dunkeln angekommen, fuhren wir noch bis Güstrow. Wir suchten dort einen Stellplatz. Haben aber keinen gefunden. Wir waren müde und stellten uns auf einen öffentlichen Parkplatz am Schloß.
Die Nacht war kurz, und als wir morgens von der arbeitenden Bevölkerung aufwachten, sind wir sofort weiter gezogen und kamen gegen Mittag wieder in Lübbenau an.

Ende

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Nancy

Nancy

Hallo, ich bin die Hauptautorin in diesem, meinen Blog. Mit meiner Familie zusammen zu sein, ist für mich das schönste was es gibt. Am intensivsten ist es, wenn wir auf Reisen gehen und zusammen neue Dinge entdecken.
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