Zum stöbern
Kommentare 8

Ein Wohnwagen nach einem Wohnmobil? Ob das man gut geht?

Wir haben uns entschieden.

Nach dem Verkauf unseres Kastenwagens musste schnell etwas Neues her. Schließlich wollten wir ja auch dieses Jahr noch in den Urlaub fahren. Nur mit was? Nach einigem hin-und herjonglieren der Vor-und Nachteile war es klar. 

Unserer Wahl fiel auf….

… den guten alten Wohnwagen, den ihr hier schon im Einsatz seht.

Wohnwagen auf Campingplatz in Portugal

Unser Wohnwagen in einer doch sonnigeren Umgebung, nämlich auf einem Campingplatz in Portugal.

 

Ja, und wir haben uns in unserem Urlaub schnell an ihn gewöhnt. Blieb uns ja nichts anderes übrig. Unser kleines zu Hause, was man mal hier mal da auf einem Campingplatz abstellen kann. Was will man mehr.

Ein Blick durchs Fenster ist gestattet.

Okay, man sieht nicht ganz so viel. Ehrlich gesagt ist es innen auch noch nicht besonders hübsch. Wenn ihr genauer hinseht, sieht man schon das „schöne“ altbackene Muster der Rundsitzecke. Nein, das ist nicht unser Geschmack. Wir haben natürlich vor, das alles noch zu ändern. Wenn es soweit ist, werde ich Vorher – Nachher Bilder machen.

Vom Wohnmobil zum Wohnwagen, ganz einfache Umstellung?

Glaubt mal nicht, dass wir nur eingestiegen sind und alles glatt gelaufen ist.

Kaum von zu Hause losgefahren, ging es auch schon los: der unweigerliche Vergleich mit dem Wohnmobil und so manchen Erkenntnissen, an die wir vorher nicht gedacht hatten.

Die Realität der ersten 3 Tage.
  • „Mit dem Wohnmobil konnten wir aber schneller fahren.“
  • Da wir mal wieder spät losgekommen sind, kam relativ schnell die Frage: „Wo übernachten wir heute?“ Für einen Campingplatz war es zu spät. Na ja, und mit dem Wohnmobil haben wir uns einfach einen freien Stellplatz gesucht. Aber was macht man denn bitte mit einem Wohnanhänger hinten dran? Oje. Autobahnraststätten waren voll mit Lkw´s. Wir gingen unserer alten Gewohnheit nach. Nähe Köln suchten wir einen Stellplatz heraus, der einigermaßen geeignet schien. Es war ein großer Parkplatz hinter einer Grundschule in einem kleinen Ort. Wir hatten Glück. Ich weiß gar nicht, ob man das darf. Für´s nächste Mal: Früh losfahren und rechtzeitig einen Campingplatz ansteuern oder reservieren.
  • “ Ach, wir brauchen noch ein paar Sachen. Guck mal da ist ein Supermarkt„. Ja, aber mit dem Wohnwagen auf den engen Parkplatz ? War nix. Später in Frankreich haben wir es doch mal gemacht, wenn wir sahen, dass der Parktplatz riesig und recht leer war und man nicht hin und her rangieren mußte.
  • “ Da wir gerade auf dem Weg sind, hier soll ein ganz tolles Schloß sein“. Da halten wir mal an, oder ?“. Nein. Erst einen Campingplatz und dann evtl., wenn es nicht zu weit weg ist. Schade!

Ja, ganz so flexibel schienen wir nicht mehr zu sein, wie mit einem Wohnmobil oder vor allem mit unserem Kastenwagen.

Das Fahren und das Einparken.

Geradeaus fahren, ist nicht das Problem, aber rückwärts. Also, ich bin ja froh, wenn ich heil mit einem normalen Auto in eine Parklücke komme, aber mit Anhänger? Keine Chance. Mein Mann ist da risikofreudiger und kann das ganz gut. Als er in die erste Parzelle auf dem ersten Campingplatz perfekt rückwärts einparkte, war ich überzeugt, er ist ein Naturtalent.

Beim 2. Mal sah es schon anders aus, die Parzelle eng und um´Eck, unmöglich für uns da hinein zu kommen. Ein netter Franzose versuchte meinem Mann und mir mit einer vermutlich internationalen Zeichensprache ( er fuchtelte mit den Arm und kurbelte mal rechts mal links herum) zu helfen, ließ uns dann aber mit einem mitleidigen Lächeln stehen. Unsere Lösung: Wir suchten eine größere , augenscheinlich zugänglicher Parzelle und fragten einfach an der Rezeption, ob wir nicht die haben könnten. Wir durften. Infolgedessen haben wir uns vorher immer ganz genau die Plätze angeschaut. Zu 90 % waren die Wohnwagenstelleplätze auf den Campingplätzen groß genug gewesen.

Campingplatz in Spanien.

Am besten war es immer, wenn es, wie hier in Spanien hieß: einfach einen Platz suchen.

Unsere größte Katastrophe mit dem Wohnwagen.

Oder warum man nicht blind einem Navi vertrauen darf und sich über den angesteuerten Campingplatz im Voraus informieren sollte, ob der auch für Wohnanhänger zugelassen ist.

Ich hatte im Internet einen schönen Campingplatz herausgesucht, mit guten Bewertungen und im Landesinneren von Portugal. Nicht im ADAC-Campingführer oder dergleichen. Ach was, ich wollte ja was besonderes für uns. Adresse im Navi eingegeben und los. Wir fuhren und fuhren, es wurde immer hügeliger, ganz schöne Landschaft, aber letztendlich blöd zu fahren, denn es waren enge Landstraßen und die wurden immer kurviger. Als unser Navi sagte, Ziel erreicht, war von einem Campingplatz keine Spur. Keine Panik, passiert ja mal, zumindest uns. Koordinaten und Adresse noch mal prüfen und ein bisschen fahren. Da kam auch schon ein Schild und Wegweiser zum auserwählten Campingplatz. „Ach, da hätten wir laut einem weiteren Schild rechts rein gemusst, bergab. Nicht schlimm! Schau mal Navi sagt, wir können auch geradeaus, es schein so, dass man von 2 Seiten dahin kommt .“

Es kam, wie es kommen musste!

Wir fuhren durch ein Dorf, die Straßen wurden enger und bogen auch mal im 90° Winkel ab. Auf einmal standen wir in einer Sackgasse. Es ging nur ein Feldweg oder Waldweg mit einer 10%iger Steigung geradeaus. Wir konnten nicht mehr vor oder zurück. Ein älterer Portugiese döste in der Mittagshitze und staunte ein wenig. Ein Auto kam, wollte durch. Ging aber nicht. Ein etwas jüngerer Portugiese stieg aus und schien nicht gerade glücklich über seinen Zwischenstopp zu sein. Uns blieb nichts weiter übrig als abzukoppeln und den Wohnwagen per Hand zu drehen. Dann Auto davor und wieder zurück. Problem: Es ging doch einiges bergab und machte die Sache nicht ganz ungefährlich.

Wie es ausging.

Es war nicht nur die Mittagshitze, die uns in Schweiß baden ließ. Wir haben es mit Hilfe der zwei Portugiesen geschafft. Wir sind aus dieser Situation heile herausgekommen, und die hilfreichen Männer hatten abends am Stammtisch was zu erzählen. Nachdem wir zurückgefahren sind und es wagten dem Wegweiser zu folgen (,nachdem mein Mann erst zu Fuß die Straße lang gegangen ist , um zu sehen, ob das wirklich eine Hauptstraße war), erfuhren wir am letzten Schild direkt vor dem Campingplatz, dass hier gar keine Wohnanhänger erlaubt waren. Diese Information hätte vorher nicht geschadet, aber auf der Website schien es so ( oder auch nicht, jedenfalls gab es kein eindeutiges Zeichen, um mich mal hier zu rechtfertigen, hm.)als ob hier ein ganz normaler Platz wäre.

Was wir daraus gelernt haben?

Genaue Informationen über den Campingplatz einholen, zur Not anrufen, ansonsten sein lassen.Wir haben ja meistens den ADAC-Campingplatzführer, dort wird sichtbar und deutlich gesagt, für was er alles geeignet ist. Die Campingplätze, die Stellplätze für Wohnwagen und Wohnmobile vorhalten, haben auch einen entsprechend große Zufahrtsstraße.

Endlich: Wir fanden auch ganz viel positiv.

  • Wir wurden entschleunigt. Es wurde nicht mehr alles auf dem Weg „mitgenommen“ nach dem Motto: Weniger ist manchmal mehr. Erst ein Platz, dann einkaufen oder einen Ausflug.
  • Der Platz auf einem Campingplatz war ein Platz, für längere Zeit. Von dort aus fuhren wir in Städte, ohne wahnsinnig große  Parkplatzprobleme, die wir mit einem großen Wohnmobil  schon hatten.
  • Wenn wir Ausflüge machten, fanden wir es sehr vorteilhaft, nicht immer alles mitnehmen zu müssen. Alles konnte so bleiben, wie es ist.
  • Wir hatten im Wohnwagen mehr Platz.
  • Wir können zu Hause ein normales Zweitauto haben.
  • Wir fahren etwas komfortabler, vor allem auch die Kinder, wir fühlen uns etwas sicherer.
  • Die Anschaffung war für uns nicht so teuer, vor allem da wir ja ein älteres Modell gekauft haben.

 

Fazit:

Wir sind sehr zufrieden. Die Gewöhnung war kurz und wir mochten den Wohnwagen schon nach dem ersten Urlaub sehr. Für unsere Familie ist es momentan die beste Lösung. Wir können gar nicht sagen, was in der Gesamtschau besser ist und bleiben so zusagen zwischen den Fronten. Es hat halt alles seine Vor- und auch wieder Nachteile. Wer weiß , vielleicht ist es ja doch in geraumer Zeit wieder ein Wohnmobil oder Kastenwagen oder doch ein Dachzelt ( was ich ja nach wie vor sehr cool finde). Wir bleiben offen für alles.

Wie seht ihr das denn? Fallen euch noch mehr Vorteile ein? Einmal Wohnmobil immer Wohnmobil ? Über Kommentar von euch würde ich mich riesig freuen.

Eure Nancy.

 

 

 

 

 

Teile diesen Beitrag
Nancy

Nancy

Hallo, ich bin die Hauptautorin in diesem, meinen Blog. Mit meiner Familie zusammen zu sein, ist für mich das schönste was es gibt. Am intensivsten ist es, wenn wir auf Reisen gehen und zusammen neue Dinge entdecken.
Nancy
Kategorie: Zum stöbern

von

Hallo, ich bin die Hauptautorin in diesem, meinen Blog. Mit meiner Familie zusammen zu sein, ist für mich das schönste was es gibt. Am intensivsten ist es, wenn wir auf Reisen gehen und zusammen neue Dinge entdecken.

8 Kommentare

  1. Hallo Nancy, wir fahren seit 30 Jahren Wohnwagen, zunächst mit zwei, dann drei Kindern. große Wohnwagen, kleine Wohnwagen und Zelt oder autodachzelt und nun, ohne Kinder sogar einen Wohnsattelauflieger. Davor haben wir, wie ihr, einen Pick-Up.
    Unser Gespann ist 13m lang, 3,20 hoch und 2,15 breit. Wir übernachten, während der Fahrten auf Parkplätzen von Friedhöfen, Sportplätzen, Supermärkten oder sonstigen öffentlichen Parkplätzen wo das Parken mit Anhänger nicht explizit verboten ist. Das Übernachten für eine Nacht zur Widerherstellung der Fahrtüchtigkeit ist erlaubt. Das rausstellen von Campingmöbeln, Markisen aber verboten, Grillen darf man auch nur auf Grillplätzen.
    Auch unterwegs lassen wir Sehenswürdigkeiten nicht liegen, oft sind die Parkpläte groß genug und im hinteren Teil immer noch Platz für ein Gespann. Wenn die Busse nachmittags weg sind kann man auch dort parken. Einmal haben wir 10€ Strafgeld, für mich eine angemessene Parkgebühr, bezahlt. Unser Wohnwagen hat einen Wasser- und was für freies Stehen noch wichtiger ist, einen Abwassertank. Auch Batterie und Solarzellen.
    Wir sind so einige Tage autark uns können ohne Stress einen Campingplatz aussuchen. Ich parke immer vor dem Platz und schaue mir die Gegebenheiten an.
    Zum Einkaufen unterwegs bieten sich die Supermarkte, nicht gerade in Großstadten, an. Entweder übernachten und morgens direkt einkaufen oder unterwegs im Vorgeifahren.
    Durch das Navi wurden wir auch schon mal durch einen Feldweg geleitet aber wenn man langsam fährt, geht auch das. Keine Angst und nie hecktisch reagieren.
    Wir waren mit dem großen (www.stroop-voyage.de) schon in Portugal, Frankreich, Spanien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Östereich, Schweiz, Italien, Polen, Litauen, Belgien. Nach 30 Jahren und 8 Jahren mit dem Großen habe ich letzten Sommer die erste Macke an den Wohnwagen gefahren, im Dunkeln in einer kleinen Ortschavt beim Abbiegen eine Mauer leicht gestreift. Aber nur Lackschaden.
    Ich würde eine Rückfahrkamera anbauen, mit Kabel.
    Keine Angst, nur Respekt, keine Hektik wenn es eng wird. Ich benutze unser Gespann wie andere ihre großen Wohnmobile. Viele Stellplätze erlauben auch autarke Gespanne. Eifach den Betreiber fragen selbst wenn ein Schild (nur Womo) steht.

    • Hallo Bernhard, viele Dank für deinen Kommentar. Dein kleiner Bericht hat uns richtig gut getan und uns vollends bestärkt. Mein Mann war ganz begeistert von dem Tipp einer Rückfahrkamera. Er hat gleich mal im Internet geschaut, was es da so gibt. Nach unserem knapp 4-wöchigen Urlaub in diesem Jahr haben wir schon gemerkt, wie schnell wir uns an den Wohnanhänger gewöhnt haben und auch immer „mutiger“ wurden. Das Gespann so zu nutzen wie andere ihr großes Wohnmobil, na klar, warum auch nicht. Deine Erfahrungen zeigen ja, dass unsere Aufzählung vermeintlicher Nachteile doch immer kleiner wird. Wir bleiben auf jeden Fall bei unserem Wohnwagen. Dein Kommentar hat in uns noch mehr Vorfreude erweckt. Am liebsten würden wir gleich morgen losziehen. Na ja erstmal freuen wir uns darauf unseren Wohnwagen Anfang des Jahres zu verschönern und so ein paar hilfreiche Extras, wie die Rückfahrkamera kommen bestimmt jetzt auch noch dazu.☺️

  2. Spart nicht bei dem Modell der Rückfahrkamera. Ich habe eines, dass auch für Baufahrzeuge geeignet ist. Auch der Stecker zwischen Wohnwagen und Auto sollte sehr solide sein. Ich habe nach etlichen Kabelbrüchen bei Lötsteckern jetzt die Kabel mit Isolierung eingeschraubt. Wenn Ihr die Kamera auch als Rückspiegel nutzen wollt, dann richtet sie so aus, dass etwa die Hälfte des Bildes vom Himmel eingenommen wird. Dann wird oben schräg ein Spiegel (Kosmetikspiegel) angebracht, der ein drittel des ‚Bildes nach unten spiegelt dann wird quasi das Bild geteilt im oberen Bereich seht ihr direkt hinter den Wohnwagen, im unteren wie ein Rückspiegel nach hinten. Spart Euch die zweite Kamera und Kabel etc. Nehmt eine Kamera ohne eigene Beleuchtung da das nur blendet.

    • Super. Vielen Dank. Das sind enorm hilfreiche Informationen für uns. Das mit der Rückfahrtkamera steht für uns nämlich schon zu 100 % fest. Du scheinst sehr viel Wert darauf zu legen, dass die Kamera mit Kabel sein soll. Was ist mit den drahtlosen Alternativen?

  3. Wenn ihr dann im durchfahren von Wohngebieten die Garagentore, Einfahrten oder Gärten der Anwohner auf Eurem Bildschirm sehen wollt, nehmt die mit Funkübertragung 😉

  4. Das sieht doch super aus und ihr habt euren Spaß, darauf kommt es an 🙂
    Wünsche euch weiterhin viel Spaß mit eurem Wohnwagen 😉
    LG
    Isi

    • Ja, das haben wir. Bald machen wir uns an das Projekt “ Verschönerung“, das steigert schon die Vorfreude auf unseren nächsten Urlaub.😊

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

* Dieses Formular speichert Name, E-Mail und Inhalt, damit ich den Überblick über auf dieser Webseite veröffentlichte Kommentare behalte. E-Mail-Adressen werden nicht veröffentlicht. Für detaillierte Informationen, wo, wie und warum deine Daten gespeichert werden, wirf bitte einen Blick auf die Seite: Impressum/Datenschutz. Du kannst deine eigenen Kommentare jederzeit wieder löschen lassen.

Zustimmung zur Datenspeicherung lt. DSGVO

*