Deutschland, Länder, Niedersachsen, Reisen, Worpswede
Kommentare 4

Campingplatz im Teufelsmoor

Zelten auf Campingplatz Worpswede.

Zelten an der Hamme

Am Pfingstwochenende hatten wir geplant unsere neuen Zelte auswärts zu testen. Wie im letzten Beitrag geschrieben, war lange nicht klar ob wir es wagen würden. Der Wetterbericht änderte sich zunächst ständig, sagte aber letztendlich unter anderem auch sonniges Wetter, vor allem für den Montag, voraus. Mit Vorsicht wählten wir einen Campingplatz in der Nähe. Während der Hinfahrt beobachteten wir ganz misstrauisch die dicken Wolken, die sich über uns zusammen brauten. Ob das man gut ging ?

 

Werbung

 

Unser Ziel war der Campingplatz “ Hammehafen Worpswede“ . Schon beim Überqueren der Weser versprach der Himmel nichts Gutes. Noch ein bisschen abgelenkt von der netten Landschaft, stellte ich erschrocken fest, dass wir genau in die dunkelgraue Wand hinein fuhren. Wie ein Mantra wiederholte ich ständig: “ Wir können ja ganz schnell wieder nach Hause fahren. Wir können ja ganz schnell wieder nach Hause fahren….“ Mein Mann war etwas gelassener und verließ sich voll und ganz auf den Wetterbericht seines Handys, welches gutes Wetter voraussagte. Nur das zählte für ihn.

Die Anfahrt

Wir sind bei Lehmwerder mit der Fähre über die Weser gekommen und weiter über Ritterhude auf die Landstraße 11 Richtung Worpswede gefahren.

Natürlich fing es bald an ordentlich zu pladdern. Wir versuchten das zu ignorieren. Circa 1 km vor Worpswede bogen wir links in den Hammeweg ein, vorbei an der Jugendherberge und etwas später an der Worpsweder Mühle. Schließlich führte die Strasse durch das platte Teufelsmoor, an Pferdekoppeln vorbei und über die Schienen des Moorexpresses bis es nicht mehr weiter ging. Rechts war der Campingplatz , links das Ausflugslokal “ Neu Helgoland“. Wir folgten den Wegweisern zum Platz nach rechts.

Der Campingplatz

Schon die erste Einfahrt links führte uns zum Platzwart Ute. Eine sehr nette, unkomplizierte Frau. Wir bekamen dort unsere Toilettenschlüssel und dann sollten wir uns irgendwo hinten auf der Zeltwiese einen Platz suchen.

Schild Zeltwiese Hammehafen Worpswede Campingplatz

Da wollten wir hin.

Als wir auf dem Platz ankamen, war der Regenschauer ja schon eine Weile vorbei und der Boden gar nicht mehr nass.

Wir richten uns ein.

Wir fanden ein Platz neben einem kleinen Zelt mit 2 Fahrrädern. Die Besitzer dieser Unterkunft rückten kurz nach unserer Ankunft ein Stück von uns fort. Am nächsten Tag sogar ein ganzes Stück Richtung Wasser. Die Frau war aber so nett und meinte zu mir, dass es nicht wegen uns wäre. Um mir nicht ernsthaft Gedanken zu machen, habe ich ihr einfach mal geglaubt, zumal sie wirklich auf einen schöneren Platz gezogen waren.

Die Männer bauten mit Elan und um die Wette die beiden Zelte auf. Wir richteten sie mit Isomatten, Schlafsäcken und Kopfkissen gemütlich ein. Die erste, aber auch einzige Minikatastrophe: Wir haben die Handtücher vergessen. Immerhin hatte mein Mann 2 Campinghandtücher zum testen mit. 2 Handtücher, eins klein, das andere groß, für 5 Leute. Ich war begeistert. Man wundert sich manchmal mit wie wenig man doch auskommen kann.

Es war Pfingsten und der Platz dementsprechend voll. Wir hatten aber ein gutes Gefühl

Eine Platzbeschreibung

Bevor ich euch über die bestechenden Einzelheiten, die für diesen Platz sprechen berichte, möchte ich kurz den Campingplatz etwas beschreiben.

Er war irgendwie dreigeteilt. Der erste Teil war von Dauercamper besetzt, so wie man es sich vorstellt, mit ganz viel Schischi, wie Zwerge und Brunnen. Okay, wer es mag.

Hinten, direkt am Hammehafen, wo die Torfkähne liegen, gibt es eine Wiese mit Wohnmobil- und Caravan- Stellplätzen und eben die Zeltwiese.

Dazwischen gab es auch noch wenige parzellierte Stellplätze für Kurzzeitcamper.

Als ich die Aufnahmen machten war Dienstag und die Pfingstausflügler waren schon am Montag gefahren.

Im vorderen Teil, beim Platzwartgebäude befand sich das Sanitärgebäude. Dieses war neu und wirklich sehr sauber. Der Haken: Es gab für Männer und Frauen jeweils nur 2 Duschen, was ich etwas wenig fand. Außerdem war es von der Zeltwiese doch ein ganzes Stück entfernt, so daß es  mit den Kindern im Schlepptau schon als ein kleiner Ausflug durchging.

Gleich in der Nähe der Zeltwiese war das Bistro. Die draußen befindlichen Toiletten konnte man nachts benutzen. Also alles halb so schlimm.

Jetzt, nach der Pflicht zur Kür, was ich kaum erwarten kann.

Abendstimmung

Da wir erst am späten Nachmittag ankamen und wir auch nach dem Zeltaufbau noch in Worpswede essen waren, war es schon Abend als wir unsere Umgebung bei einem Spaziergang erkundeten. Das Restaurant war leer. Es war recht still. Nur die Frösche quakten um die Wette. Alles war so friedlich und wir waren so begeistert.

Begeistert von dem Himmel, den Wolken, dem Wasser, wie ihr es auf den folgenden Bildern vielleicht nachvollziehen könnt.

Torfkaehne im Hammhafen Campingplatz Hammestrand.

Die Torfkähne für Ausflügler.

Die Kinder entdeckten natürlich sofort den Badestrand an der Hamme. Wir hatten enorme Mühe ein komplettes Bad an dem Abend zu verhindern.

Campingplatz Hammestrand.

Der Hammestrand mit richtigem Sand zum Buddeln.

Ich bestaunte derweil die krasse Wolkenformation und konnte mich kaum daran erinnern, jemals so fasziniert davon gewesen zu sein.

 

Wunderbare Wolkenformation Campingplatz Hammestrand Worpswede.

Zum Innehalten wunderschön.

Ich habe an dem Abend so viele Fotos gemacht. Die Auswahl für diesen Beitrag war nicht besonders einfach.

Sonnenuntergang Campingplatz Hammestrand Worpswede.

Sonnenuntergang an der Hamme.

Angesichts dieser Farben der Wolken und des Himmels, konnte ich wirklich nachvollziehen, dass Künstler sich genau hier vor über 100 Jahren niederließen, um dieses Naturschauspiel in ihren Gemälden wieder zu geben.

Campinganhänger auf dem Gelaende des Restaurants " Neu-Helgoland".

Camper auf dem Gelände des Ausflug-Lokals „Neu-Helgoland“.

Weg entlang der Hamme.

Weite Weiden, weiter Himmel. Hinter und entlang der Hamme gibt es viele Wege auf denen man spazieren und Fahrrad fahren kann.

Nach unserem Abendspaziergang fielen wir mit tollen Bildern im Kopf müde ins Bett, bzw. auf die Isomatten.

Morgenstimmung.

Punkt 5 Uhr morgens bin ich von einem unglaublichen Vogelgezwitscher geweckt worden. Der Kuckuck übertönte alles noch mit Erfolg. Nachdem ich mir das eine Weile fasziniert angehört habe, beschloss ich duschen zu gehen. Mir war ja noch die geringe Anzahl der Duschen im Kopf.  Da keiner so verrückt war morgens auf dem Campingplatz um kurz nach 5 Uhr duschen zu gehen, hatte ich natürlich die freie Auswahl, rechts oder links.

Ein neuer Tag erwacht.

Aber diese freie Auswahl war nicht der einzige Vorteil des frühen Aufstehens. Ich schlenderte über den menschenleeren Campingplatz und konnte einen wundervollen Tagesanbruch genießen. Ich hatte über Nacht kaum die schöne Abendstimmung verarbeitet und schon war ich schon wieder begeistert, welche Ausblicke sich an diesem Morgen ergaben. Ich habe versucht diese Stimmung auf den Fotos ein zu fangen.

Morgen am Campingplatz Hammestrand Worpswede.

Die Sonne ging auf, die Vögel zwitscherten, der Nebel waberte über dem Wasser.

Während der Rest der Familie noch schlief, machte ich einen ausgiebigen Spaziergang.

Nebel ueber der Hamme am Campingplatz Hammestrand Worpswede.

Nebel hat ja immer etwas mystisches, zauberhaftes.

Nebel ueber der Hamme Worpswede.

So langsam verzog sich der Nebel.

Das nächste Bild ist mein Lieblingsbild. Hier kommt für mich die Stimmung des Morgens am eindrücklichsten rüber. Das lässt mich schon wieder träumen.

Boot auf der Hamme im Nebel.

Ein einsames Boot auf der Hamme, eingehüllt im Nebel.

Dieser verheißungsvolle Tagesanbruch versprach einen schönen Tag.

Was haben wir denn sonst so gemacht ?

Am nächsten Tag nach dem Frühstück mit nur 5 Brötchen statt der bestellten 8, fuhren wir nach Worpswede. Über diesen Ausflug berichte ich aber in einem zusätzlichen Beitrag.

Kaffe Worpswede im Hoetgerhaus.

Das „verrückte Café“. Kaffee Worpswede im Hoetgerhaus.

Vom Campingplatz aus gab es genug womit man sich die Zeit vertreiben konnte. Neben Spaziergängen spielte sich vieles auf oder im Wasser ab.

Auf dem Platz gab es ein Fahrrad-  und ein Kanuverleih. Wir entschieden uns für das Kanu, damit wir die schöne Umgebung auch mal vom Wasser aus genießen konnten.

Kanu fahren auf der Hamme.

Ich mache mich als Galionsfigur doch ganz gut, oder?

Unserem Ältesten gefiel die Bootstour so gut, dass er sofort nachdem ich und die anderen zwei am Hafen raus geschmissen wurden, mit Papa noch mal los musste.

 

Mit dem Kanu auf der Hamme.

Nur mit Papa alleine ist es viel entspannter.

Im Anschluß unserer Kanutour.

Nach der Kanutour zog ich alleine los, um mal zu schauen wie der Blick vom Aussichtsturm ist, der sich in der Nähe des Campingplatzes befand. Die Kinder und Hannes blieben an der Badebucht.

Zurück von meinem Spaziergang sah ich meine Kinder schon vom Weiten. Dem anfänglichen Zögern und nur Füße im Wasser war ein ausgiebiges Baden der Jungs gewichen. Für Kinder aber auch eine tolle Badestelle. Auf einem Schild stand auch, dass dort schon die alten Worpsweder das Schwimmen gelernt haben.

Campingplatz Hammestrand Worpswede.

Dank des vorhandenen Sandspielzeuges konnte unsere Tochter ausgiebig buddeln und baggern.

Baden in der Hamme am Hammestrand Worpswede.

Sommeridylle.

Ein bisschen Vorsicht war an der Badebucht schon geboten. Alles wuselte dort durcheinander. Kähne, Kanus, Schwimmer.

Der Fluss Hamme.

Bloß keinen Schwimmer erwischen.

Die paar Tage gingen schnell vorbei. Wir haben extrem viele Eindrücke mit nach Hause genommen. Es hat uns, allem voran den Kinder so viel Spaß gemacht.

Campingplatz Hammestrand Worpswede.

Waren die Jungs beim Aufbau mit Begeisterung dabei, so war  der arme Papa beim Abbau ganz alleine. Ich ? Ich musste doch fotografieren.

Fazit:

Wir fanden diesen Campingplatz im Teufelsmoor super. Die Natur hat uns fasziniert, obwohl wir selber auf dem Land wohnen.

So ruhig wie der Platz wirkte, war er letztendlich nicht. Gerade am Wochenende oder so wie jetzt Pfingsten war eine Menge los. Da dort der Hafen für die Kanus ist und auch die Ausflüge auf den Torfkähnen dort starten, gibt es zu den Campingplatz-Bewohnern einige zusätzliche Besucher. Uns hat es überhaupt nicht gestört, da wir ja auch unterwegs waren. Aber für den einen oder anderen, der wirklich die Ruhe sucht, ist es vielleicht zu viel.

Hier habe ich noch einmal ganz subjektiv unsere Plus- und Minuspunkte des Campingplatzes „Hammhafen Worpswede“ aufgeführt.

Plus- und Minusliste des Campingplatzes.

Minuspunkte:

  • Lage am Hafen mit Wasser ist für Eltern mit Kleinkinder eventuell nicht so entspannend. Besondere Vorsicht ist angesagt. Muß einen aber nicht abhalten.
  • Tagsüber viele Besucher von ausserhalb, es kann viel los sein
  • Nur je 2 Duschen für Frauen und Männer, kam uns etwas zu wenig vor.

Pluspunkte:

  • Tolle Lage an der Hamme. Natur pur, die man morgens und abends vollstens genießen kann.
  • Saubere Sanitäranlagen.
  • Kinderfreundlich. Ganz toll fanden wir am Badestrand den Schrank mit dem Sandspielzeug. Dieses war für jeden zugänglich.
  • Möglichkeit des Leihen von Kanus und Fahrrädern (Preise stehen auf der Homepage, die ich oben verlinkt habe.)
  • Sehr nettes und unkompliziertes Personal.

Einen weiteren Beitrag passend hierzu findet ihr hier:

Hier könnt ihr in der passenden Literatur stöbern.

Literatur für Worpswede.

Passende Literatur für Worpswede.

 

 

 

 

 

 

Und habt ihr Lust bekommen? Kennt ihr schöne Campingplätze ? Dann schreibt mir. Ich freue mich.

Eure Nancy.

 

Werbung

 

Teile diesen Beitrag
Nancy

Nancy

Hallo, ich bin die Hauptautorin in diesem, meinen Blog. Mit meiner Familie zusammen zu sein, ist für mich das schönste was es gibt. Am intensivsten ist es, wenn wir auf Reisen gehen und zusammen neue Dinge entdecken.
Nancy

4 Kommentare

    • Dankeschön. Ich habe aber auch wie verrückt Fotos gemacht. Vor allem der sich ständig ändernde Abendhimmel mit den wechselnden Wolkenformationen haben meine Kamera zum qualmen gebracht. Liebe Grüße.

  1. Marlene sagt

    Hallo Nancy, bin eben aus dem Norden zurück und vermisse ihn schon wieder… ach ja, und nach Worpswede und Umgebung wollte ich ja auch immer mal. Und wenn ich jetzt Deine Fotos sehe, also traumhaft!!

    • Ja, Worpswede ist schon ein ganz besonderer Ort. Wenn man sich ein bisschen für die Geschichte und die Künstler von damals interessiert, kann man diesen Ort ganz intensiv erleben. Neben der wunderschönen Umgebung haben wir uns auch das Dorf angeschaut. An dem Beitrag über diesen Ausflug schreibe ich gerade. Ich hoffe, dass er schnell fertig wird, so dass es bald wieder etwas neues zu lesen gibt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

* Dieses Formular speichert Name, E-Mail und Inhalt, damit ich den Überblick über auf dieser Webseite veröffentlichte Kommentare behalte. E-Mail-Adressen werden nicht veröffentlicht. Für detaillierte Informationen, wo, wie und warum deine Daten gespeichert werden, wirf bitte einen Blick auf die Seite: Impressum/Datenschutz. Du kannst deine eigenen Kommentare jederzeit wieder löschen lassen.

Zustimmung zur Datenspeicherung lt. DSGVO

*